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Tom Clancy's Splinter Cell: Conviction

Developer: Ubisoft
Publisher: Ubisoft
Genre: 3rd Person Shooter
Multiplayer: Technische Details in Kürze auf eXp
Releasedate: 16.04.2010
Weitere Plattformen: pc

Sam's neue Kleider

Was verbinden Spieler wohl mit dem Namen Sam Fisher? Einen raubeinigen Spion, der im Dunkeln operiert und lautlos Geheimaufträge durchführt? Schon möglich. Vielleicht aber auch einen alternden Greis, der in der Welt der Spiele nichts mehr verloren hat, da er sich seit Jahren kaum entwickelt hat. Ein raubeiniger Greis, der sich der Modernisierung entzog? Auch das ist denkbar. Doch vielleicht wird sich das mit Splinter Cell: Conviction ja ändern. Vielleicht hat Ubisoft dem alternden Helden eine Frischzellenkur verpasst.

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Eigentlich hatten wir keine große Erwartungen an das Spiel. Wir wussten ja schließlich, was uns erwarten würde. Einmal mehr würde Sam Fisher durch die Gegend schleichen, nur dieses Mal eben im Kampf gegen und nicht für Third Echelon, da Conviction ja gut zwei Jahre nach den Ereignissen aus Double Agent angesiedelt ist. Fisher ist im neusten Teil also auf der Suche nach den Gründen für den Mord an seiner kleinen Tochter. Und nach den Schuldigen. Und Third Echelon will es verhindern. Also. Schleichen, warten, kauern, heimlich agieren. Das Übliche eben. Nichts Neues, nur gewohnte Spielmechaniken. Keine Überraschungen, dafür solide Kost für spielende Agenten. Kurz: Wir waren nicht gespannt. Sogar fast schon gelangweilt, in Anbetracht der Tatsache, dass man sich das Gleiche schon wieder antun müsse.

Und siehe da, das nahezu undenkbare geschah: Wir wurden wahrlich überrascht. Sam Fishers neue Kleider stehen ihm gut – soviel möchten wir schon jetzt verraten. Natürlich ist er der alte Agent geblieben, nur ist er arbeitslos. Und irgendwer macht Jagd auf ihn. Wir starten auf einem Marktplatz, in mitten einer Flucht. Schüsse. Wir tauchen erst einmal in der fliehenden Masse und verschaffen uns einen klaren Kopf. Wir sind aber nicht allein unterwegs: Anna Grimsdóttír hilft uns und sagt uns, was wir zu tun haben. Sie begleitet uns auf dem Weg zu unseren ersten Gegnern, die wir mit einer schallgedämpften Pistole aus dem Weg räumen. Das Tutorial erklärt dabei das neue Deckungssystem und auch das neue Gameplay.

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In Splinter Cell: Conviction muss man nicht mehr leise vorgehen. Man kann, sofern man dies möchte, auch den Rambo heraushängen lassen. Dabei sollte man aber bedenken, dass sich leises Vorgehen lohnt: Einige Szenen bekommt man nur zu Gesicht, wenn man schleicht. Außerdem verträgt der alte Veteran Sam nicht ganz so viele Kugeln wie sein Namensvetter Serious. Schon nach wenigen Kugeln steht er vor den Himmelspforten und der Spieler muss beim letzten Speicherpunkt neu einsteigen.

Doch was bekommt man eigentlich nicht zu Gesicht, wenn man wie John Rambo durch die Welt läuft? Ganz einfach: Ein neues System. Sam hat nicht mehr all die Gadgets, die ihm zeigen, ob er gerade außer Sichtweite ist. Dafür hat er jetzt einen Instinkt. Befindet man sich im Schatten und ist nicht im Sichtfeld der Gegner, so wird das gesamte Spiel in einen Schwarz-Weiß-Look eingetaucht. Nur die Gegner und Interaktionsobjekte sind dann in Farbe getaucht. Das Ganze erinnert dann optisch ein wenig an The Saboteur und spielt sich hervorragend. Das Prinzip funktioniert und ist wesentlich ansprechender, als eine einfache Anzeige, die dem Spieler sagt, dass er gerade sicher ist.

Außerdem bringt das neue Schleichsystem gleich noch ein weiteres nettes Feature mit sich: Ist man entdeckt worden und steht unter Kugelhagel, geht dann aber in Deckung, so zeigt das Spiel in Form eines skizzierten Geistes den letzten Sichtungspunkt von Fisher an. Die Gegner werden genau auf diesen Punkt achten, da er der letzte Hinweis auf Sam ist. Das kann man sich zu Nutze machen und sich von einer anderen Stelle aus über die Feinde hermachen. Am Ende läuft es darauf hinaus, dass sich Conviction deutlich actionreicher gestaltet und dem Spieler eine gesunde Mischung aus Rambo und dem schleichenden Grauen an die Hand gibt.

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Dass da auch wieder coole Moves mit dabei sind, das sollte klar sein. Und sie sehen auch noch verdammt schick aus. Wie das Spiel ganz allgemein. Zum Einsatz kommt eine stark modifizierte Version der Unreal Engine, welche für belebte Plätze und eine schicke Architektur sorgt. Und die Animationen konnten uns ebenfalls überzeugen. Auch die düstere Stimme von Sam sorgte beim Sound für ein wohliges Gefühl im Hörgang - David Michaels hat seinen rauen Klang noch lange nicht verloren. Doch auch die anderen Sprecher passten wunderbar in die Welt.

Es bleibt abzuwarten, in wie weit sich die Geschichte von Splinter Cell: Conviction entwickeln wird. Wenn sie spannend ist und für Abwechslung sorgt, dann könnte Sam Fisher ein furioses Comeback feiern. Auch wenn viele Spieler glauben, die Neuausrichtung des Gameplays bedeute den Tod der Reihe, so glaubt uns bitte: Etwas Besseres hätte der Serie nicht passieren können. Zumal man sich schon jetzt auf brutale Verhörmethoden freuen darf: Sam lässt endlich mal den inneren Scheinehund raus.

Autor: Michael Hoss (mbh)
Erstellt am: 28. Januar 2010, 09:00 CET

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