| Developer: | tri-Ace |
|---|---|
| Publisher: | Sega |
| Genre: | RPG |
| Multiplayer: | Technische Details in Kürze auf eXp |
| Releasedate: | 26.03.2010 |
| Weitere Plattformen: | x360 |
tri-Ace ist ein Name, den viele Fans von japanischen Rollenspielen durchaus kennen. Die Star Ocean-Reihe geht auf die Kappe der Entwickler. Ebenso entstand das Studio tri-Crescendo aus dem Unternehmen und brachte mit Eternal Sonata eine der schönsten und tiefgründigsten Geschichte der letzten Jahre auf die Bildschirme. Jetzt steht Resonance of Fate (In Japan: End of Eternity) kurz vor seiner Veröffentlichung und wir warfen noch einmal einen Blick auf eine fast fertige Fassung des Spiels.
Doch zuerst wollen wir einige Worte über die interessante Geschichte des JRPGs verlieren: So ist die Welt, wie wir sie kennen, nicht mehr existent. Sie ist sogar unbewohnbar, weshalb die Menschheit jetzt in einem schwebenden Turm über den Wolken wohnt. Bazel, so der Name der Welt. Quasi. Denn es ist auch die Maschine, die versucht, die Atmosphäre der Welt wieder herzustellen. Bis dahin muss man allerdings im Turm bleiben. Aber Vorsicht: Hier ist nicht die heile Welt, die man sich nach dem Exitus einer ganzen Welt erhofft. Hier geht es genauso weiter, wie zuvor auch. So ist der Turm in Ebenen unterteilt. Unten, da wohnen die Armen. Oben, da wohnen die Reichen. Und so sieht das Ganze dann auch aus: Während am oberen Ende der Turm schön funkelt, sind seine Grundmauern wie Slums. Wie gesagt: Verändert hat sich nichts.
Mitten drin ist der Spieler mit seinen drei Kopfegeldjägern, die sich zu Beginn erst einmal um das eigene Überleben in dieser raubeinigen Welt Gedanken machen. Reanbell, Zephyr und Vashyron heißen sie – und haben somit ein typisches JRPG Problem: Wer zum Henker kann sich solche Namen bitte merken? Wir mussten sie uns buchstabieren lassen, damit wir sie uns merken konnten. Aber egal. Was sind schon Namen? Eben: Vergessen wir das, spielen wir lieber.
So bewegt man sich durch die Slums, ganz wie in JRPGs typisch: Eine feste Kamera zeigt den Ort des Geschehens und der Spieler steuert die Figur seiner Wahl (Die Anderen sind dann, ganz wie gewohnt, im Gepäck verstaut – egal, ob das nun physikalisch möglich ist oder nicht). Dann darf man in Läden gehen und neue Waffen und anderen lustige Dinge kaufen. Oder aber man spricht mit den Bewohnern des Turms und erhält neue Aufträge, um sich Geld zu verdienen. Interessant wird es, wenn man dann zum Ausgang einer Lokalität gelangt. Dann nämlich wechselt das Spiel in die Ansicht der Weltkarte. Und die Welt ist groß. Über Felder darf man sich hier bewegen und die Welt erkunden, sofern man sie sich denn erkauft hat. Erkauft? Ja: Die Welt ist in Felder eingeteilt und man muss erst Feld für Feld einkaufen, damit man es auch betreten kann. So erweitert man seine Umwelt immer mehr und gelangt später von Ebene zu Ebene. Klingt erstmal etwas komisch, funktioniert jedoch schon nach Minuten wie geschmiert.
Wenn man so von „Ort“ zu „Ort“ rennt, kann es natürlich sein, dass man auch mal in Kämpfe verwickelt wird. Und dann zeigt sich die wahre Stärke von Resonance of Fate. Der Titel verfügt nämlich über ein äußerst eigenwilliges und durchaus interessantes und gut funktionierendes Kampfsystem: Rundenbasiert ist es, das sollte klar sein. Doch dann verlässt der Titel die Norm. Schwerter oder Magie gibt es nicht. Nur dicken Schießeisen. Der Spieler wählt das Ziel seiner Wahl und startet dann den Angriff, woraufhin ein Echtzeitsystem zum Einsatz kommt – Dann kommt es auf den Spieler an, wie viele Treffer er landet. Sonderaktionen gibt es natürlich auch. Und ganz spezielle Momente gibt es auch noch: Wenn man nämlich seine Kämpfer im Dreieck positioniert, während die Gegner innerhalb des Dreiecks stehen, so kann man einen Sonderangriff starten. Dann wechseln die eigenen Kämpfer die Positionen und feuern aus allen Rohren auf die bösen Buben. Dass auch Multiplikatoren und andere Dinge eine Rolle spielen, das müssen wir wohl nicht noch einmal gesondert erwähnen. Das Kampfsystem ist äußerst komplex und zugleich auch äußerst eingängig, sobald man es erst einmal verstanden und in die Praxis umgesetzt hat.
Wie in Rollenspielen typisch darf man natürlich auch das Aussehen der eigenen Figuren frei bestimmen und ihnen willkürlich sämtliche Klamotten anziehen, die man möchte. Aber auch bei den Waffen darf man Hand anlegen. Einzelteile kann man sich zusammenkaufen oder selbst erstellen und dann auf einer Blaupause zusammenbauen. So kann man sich die perfekte Ausrüstung zusammenstellen und Resonance of Fate bietet dem Spieler noch einmal eine Portion an Tiefgang.
Technisch präsentiert sich das Spiel äußerst gelungen. Der Stil der Entwickler ist unverkennbar und die Schauplätze wissen optisch zu gefallen. Auch die ausgefeilten Charaktere können in den Zwischensequenzen überzeugen. Klar, ein technische Revolution darf man nicht erwarten, doch der düstere Stil schafft eine äußerst starke Atmosphäre. Auch beim Sound haben sich die Entwickler in Sachen Musik und Stimmen nicht lumpen lassen.
Wenn sich die Geschichte packend entwickelt, dann hat Resonance of Fate beste Chancen, eines der besten JRPGs der letzten Jahre zu werden. Das einzige Problem, was wir hier sehen, das ist der Umstand, dass der Titel im März gegen Final Fantasy XIII antreten wird. Und das könnte dem Spiel das Genick brechen, was schade wäre, denn seit Jahren treten die japanischen Rollenspiele nun schon auf der Stelle. Und dieses Spiel mit seinen ungewöhnlichen Ideen und Spielmechaniken könnte das mit etwas Glück ändern.