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Team Ninja

Yosuke Hayashi im Gespräch

Mitten im schönen Hamburg trafen wir Yosuke Hayashi, den neuen Chef von Team Ninja, eben jenem Studio, das gerade an Ninja Gaiden Sigma 2 für die Playstation 3 werkelt. Das Spiel ist nahezu fertig, sodass man gewillt über das Produkt reden wollte. Doch war es nicht nur das Actionspiel, was unser Interesse geweckt hatte.

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Natürlich fragten wir sogleich, ob es sich bei Sigma 2 um mehr, als nur um eine einfache Portierung der Xbox 360-Fassung handeln würde. „Ja“, war die Antwort von Hayashi-san. An der Framerate wurde ordentlich geschraubt, das Leveldesign überarbeitet, neue Features eingebaut und auch neue Charaktere wurden hinzugefügt. Auch ein kooperativer Spielmodus ist enthalten und „Nein“, die 360-Spieler werden die Zusatzinhalte nicht bekommen. Auch auf neue Bosskämpfe darf man sich freuen und auf neue Waffen sowieso. Kurz: Zwar ist das Spiel prinzipiell noch im immer das Gleiche, doch zugleich auch ein ganz Anderes.

Team Ninja ist schon ein ungewöhnliches Studio. Seit langer Zeit werkelte man ausschließlich für die Microsoft-Konsolen. Doch warum eigentlich? Hayashi-san konnte uns dazu leider nichts sagen, denn diese Entscheidungen lagen nicht in seiner Macht. Erst seit kurzer Zeit kann er bestimmen wo es langgeht und vor gar nicht allzu langer Zeit sagte er, dass er Studios für faul hielte, die sagten, dass die Struktur der Playstation 3 zu komplex sei. Auch darauf sprachen wir ihn an. „Ich sehe das aus Entwicklersicht. Wir sind Entwickler. Wir entwickeln für Spieler. Und wenn ich so etwas behaupte, dass muss ich auch gewillt sein, auf allen erdenklichen Plattformen zu entwickeln – da zählen solche Ausreden nicht, mit denen man den bequemen Weg einschlagen kann.“, so seine Antwort (Anmerkung der Redaktion: Er spielt damit auf die Ähnlichkeiten zwischen Xbox 360 & PC an).

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Und wie sieht es eigentlich mit einem neuen Ableger für den Nintendo DS aus, wo wir schon bei den Plattformen angekommen sind? Genaue Informationen konnten wir hier nicht in Erfahrung bringen, doch immerhin: Zur Zeit ist zwar kein Spiel der Reihe für das Handheld in Entwicklung, jedoch könne man es sich durchaus vorstellen. Man wolle aber nicht einfach einen Nachfolger machen, „der genau das Gleiche bietet“ wie der Vorgänger. Man wolle dann ein wirklich neues Spiel erschaffen. Ähnlich sieht es übrigens auch für den Ipod und das Iphone aus: Eine einfache Portierung von bereits veröffentlichten Titeln „kommt nicht in Frage“. Aber die Plattform an sich sei durchaus interessant.

Während der Präsentation zeigte Hayashi-san ein interessantes Feature, welches zugleich die beste Integration des SIXAXIS-Controller aller Zeiten darstellt. „Wir wollten die Bewegungssensoren der Playstation 3 nicht zwanghaft einbauen“, so die Begründung. In Ninja Gaiden Sigma 2 wird man tatsächlich über das Schütteln des Controllers die Brüste der spielbaren Frauen wackeln lassen können. Man merkt, dass hier die Köpfe hinter Dead or Alive am Werke sind. Und wie schaut es da eigentlich mit einem neuen Teil aus? „Eine tolle Marke, aber wir wollen erst einmal unsere aktuellen Projekte abschließen. Dann sehen wir, was die Zukunft bringt.“ Und was ist aus Code Cronus und Project Progressiv geworden? „Die Konzepte gibt es, aber wie bereits gesagt: Erst einmal machen wir Sigma 2 fertig.“.

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Wir wussten vorab, dass wir nicht über Metroid Prime sprechen durften, obwohl Team Ninja hier an einem neuen Titel werkelt. „Wir wissen, dass wir nicht nach Metroid fragen dürfen. Uns wurde das vorhin noch mal gesagt. Uns wurde auch gesagt, dass du eine ganz spezielle Antwort dafür vorbereitet hättest, sollten wir es trotzdem tun. Wir würden diese Antwort gerne hören, aber wichtiger ist eigentlich die Frage, ob du die Nintendo Wii noch immer so interessant findest, wie du einst sagtest...“ - wir stellten die heikle Frage trotzdem. Und siehe da, als einzige Anwesende bekamen wir sogar eine Antwort, denn Hayashi-san konnte sich ein Lachen bei der Erklärung nicht verkneifen. Man arbeite „eng mit Nintendo“ zusammen. Sehr eng. Und das Konzept steht auch bereits vollständig, man kommt gut voran, neues Ingamematerial wolle man aber noch nicht zeigen und ja, die Wii ist immer noch interessant. Man wolle zudem mit Nintendo sicher gehen, dass das Spiel ein absoluter Kracher wird, da alte Fans nicht verschreckt werden sollen. Daher die enge Zusammenarbeit. Die Arbeiten kämen, „wie auch immer“, gut voran.

Das war es dann auch schon mit unserem privaten Gespräch. Doch eine Frage mussten wir noch stellen. Hayashi-san sieht nicht aus wie ein Ninja, doch ist dies vielleicht das Geheimnis? Dass man in Wirklichkeit unerkannt bleiben muss? Gelächter folgte, wir sollte die Frage doch bitte wiederholen. Wir taten es. „Es stimmt. Ich sehe nicht so aus“, sagte er zögernd und nachdenklich, „Doch eines habe ich mit den Ninjas gemein. Sie haben immer ein Ziel vor Augen und verlieren es nicht aus den Augen. Und so ist das auch bei mir.“, schloss er den Satz ab. Und wir verabschiedeten uns von einem der interessantesten Köpfe der Branche. Später beim Essen unterhielten wir uns noch einmal kurz mit ihm und fanden heraus, dass ihm deutsches Essen wohl bekomme – dies sei aber nur am Rande erwähnt.

Autor: Michael Hoss (mbh)
Erstellt am: 18. September 2009, 07:01 CEST

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