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Sam & Max: Culture Shock

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eXp-Rating:8
Developer: Telltale Games
Publisher: N/A
Genre: Point & Click
Releasedate: 01.11.2006
Weitere Plattformen: keine

You're the man now, dog!

In meiner Kindheit hatte ich viele Wünsche. Luke Skywalkers Lichtschwert zum Beispiel, oder das Hoverboard von Marty McFly. Doch auch realistischere Dinge waren darunter, so auch der Wunsch nach einer Fortsetzung zu Sam & Max Hit the Road, meinem ersten Computerspiel. Und obwohl mir das Hoverboard wohl auch heute noch lieber gewesen wäre, war ich allein bei der Ankündigung besagter Fortsetzung glücklicher als Ossikollege Robert Zetzsche beim Anblick seiner ersten Banane. Nun, das ist eine ganze Zeit her, und seitdem wurde das Projekt vorrübergehend eingestampft, bis sich mit Telltale Games ein neues Studio die Lizenz gekrallt und beschlossen hat, mit der Unterstützung von Sam & Max-Erfinder Steve Purcell, sich doch noch an eine Fortsetzung zu wagen. Diese erscheint als Staffel von sechs Episoden, und wir haben uns direkt an die Erste, Culture Shock, gewagt.

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Die Kinderstars der Serie „Soda Poppers“ begehen kriminelle Machenschaften in der Nachbarschaft von Sam & Max. Da die beiden tierischen Mitglieder der Freelance Police eh auf einen neuen Fall warten, kommt das natürlich wie gerufen. Die Spur führt zum Hypnoseguru Brady Culture, der nebenbei ein Rehabilitationszentrum für ehemalige Kinderstars betreibt. Das klingt euch jetzt schon zu abgedreht? Hey, im Vorgänger hat man für eine Frau mit Giraffenhals einen entführten Yeti gesucht. Doch wer rechnet auch mit einer normalen Geschichte bei einem Spiel, in dem man einen Hund in Polizeiuniform und einen psychopathischen Hasen steuert? Eben.

Auch im Jahre 2006 ist Sam & Max ein reinrassiges Point and Click-Adventure, und das ist auch gut so. Wie auch sonst im Genre üblich, klickt ihr euch durch die verschiedenen Umgebungen, analysiert und sammelt Gegenstände auf, führt Dialoge mit anderen Charakteren und löst dadurch Rätsel. Diese sind zwar recht einfach, dafür aber allesamt logisch und zeitweise sehr originell ausgefallen. So müsst ihr zum Beispiel einer Psychoanalystin mit Hilfe von Traumdeutungen und Assoziationsspielen verklickern, dass ihr persönlichkeitsgestört seid. Für eXp-Redakteure natürlich eine leichte Aufgabe.
Dennoch wünscht man sich manchmal etwas mehr Herausforderung. Da das Inventar recht beschränkt ist, findet man schnell den passenden Gegenstand, bei Dialogrätseln reicht es oft, einfach alle möglichen Antworten der Reihe nach durchzugehen. Auch die Tatsache, dass man gefundene Gegenstände nicht einmal notwendigerweise im Inventar kombinieren muss, senkt den Schwierigkeitsgrad erheblich. Anfänger wird das freuen, Genrekenner könnten sich aber ein wenig unterfordert fühlen.

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Den Großteil der Spielzeit verbringt ihr damit, euch durch die Dialoge zu klicken und selbigen zu lauschen, und hier punktet Culture Shock richtig, da diese durch die Bank weg sehr witzig ausgefallen sind. Der Humor pendelt dabei zwischen aberwitzigem Blödsinn, subtilen Anspielungen und beißendem Sarkasmus – ein Fest für Freunde des Vorgängers oder auch Comicserien wie „Futurama“. Beim Testen mussten wir bei nahezu jedem Satz schmunzeln, wenn nicht gleich laut auflachen. Auch die skurrilen Charaktere tragen dazu bei, neben den beiden Hauptfiguren haben wir besonders den paranoiden Supermarktverkäufer Bosco und die drei Soda Poppers, die allesamt gewaltige Macken haben, lieb gewonnen.

Nichts zu meckern gibt es auch an der Präsentation. Der 3D-Tranfer ist perfekt geglückt, die Charaktere sind noch genauso liebenswürdig wie zu zweidimensionalen Zeiten. Die Umgebungen sind ebenso liebevoll wie detailliert gestaltet, zudem sind alle Gegenstände gut sichtbar, Bildschirmlupensuchaktionen wie man es von Genrekollegen kennt, wird man hier nicht veranstalten müssen.
Kritik wurde im Vorfeld an der Tatsache geäußert, dass weder die Originalsprecher der Serie noch die des ersten Spiels gewonnen werden konnten. Hier kann man aber getrost Entwarnung geben: die neuen machen ihre Sache ebenfalls sehr gut und dürften auch eingeschworene Fans überzeugen. Untermalt wird das Spielgeschehen von ebenso gelungener Instrumentalmusik, und im Abspann kriegt man dann sogar den zuvor von Max gewünschten… ach, findet das am besten selbst heraus.

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Ein bisschen Kritik gibt es aber doch noch. Fans des Vorgängers werden das Fehlen der Landkarte bemängeln, diese würde aber, da es nur einen Schauplatz außerhalb der Nachbarschaft gibt, nicht sonderlich viel Sinn machen. Weitaus schmerzlicher vermissen wir die zahlreichen Minispiele des ersten Teils, vor allem Car-Bomb (Schiffe versenken mit Autos). Immerhin ist es wieder möglich, mit dem Desoto die Straßen unsicher zu machen, dies wurde sogar in ein Rätsel mit eingebunden.
Die wenigen Schauplätze fallen wegen der geringen Spielzeit nicht so schwer ins Gewicht. Wer bereits das ein oder andere Adventure gespielt hat, wird nach gut zwei Stunden bereits den Abspann sehen. Für einen Episodenpreis von knapp 9$ ist dies aber eine durchaus akzeptable Spieldauer.

Somit ist Sam & Max: Culture Shock insgesamt ein würdiger Nachfolger und ein sehr gelungener Auftakt in die Staffel, der wir somit einiges an Potential attestieren. Noch eine kurze Anmerkung zum Schluss: bei unserer Testversion handelte es sich um die englischsprachige Originalfassung, ob und wie das Spiel eingedeutscht wird, steht noch nicht fest. Da wir aber davon ausgehen, dass es nicht alle Gags durch eine mögliche Übersetzung schaffen, raten wir vorerst zur Originalversion.

Autor: Julian Unkel (ju)
Erstellt am: 20. Oktober 2006, 17:21 CEST

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