Die mysteriöse Verwandlung des Sam Fishers?
Unsere liebe Videospielbranche hat etliche Helden hervorgebracht und natürlich waren auch Agenten unter ihnen: Solid "die massive Schlange" Snake, Agent 47 und Sam Fisher. Letzterer war in den vergangenen Monaten nicht untätig und hat sich vom Agenten zum Doppelagenten gemausert. Ein Fall für eXp – das Team, das niemals „nie“ sagt, nicht nur bei 17 und vier royal ist und Liebesgrüße an alle Welt versendet!

Alles Gute kommt von oben: Von der Decke nähert sich Sam diesem Gegner.
Splinter Cell: Double Agent soll keine x-beliebige Fortsetzung, kein lauer Aufguss sein. Ubisoft will die Serie durch ein neues Konzept, das Parteiensystem, wieder beleben. Parteien? Ja, Parteien! Sammyboy Fisher schließt sich einer terroristischen Organisation an, nachdem er seine Familie verloren hat. Vorher muss er natürlich noch mal eben aus dem Gefängnis ausbrechen.
Ich kann mir eure Gesichter jetzt vorstellen: Sam Fisher, der brave Agent von nebenan – ein Verbrecher, der ehemalige Weltenverbesserer ein ehrenloser Menschenfeind? Atmet auf Jungs, soweit ist es mit Sam noch nicht gekommen! Kinderlos und Mitglied der Terrororganisation JBA ist der Gute zwar immer noch, doch letzteres nur als Undercoveragent im Auftrag der NSA. Diese schickt Fisher hinter schwedische Gardinen. Während man in der Konsolenversion von Double Agent erst um die Sympathie von Jamie Washington, eines Mitglieds der JBA, durch kräftiges Rumgeschleime kämpfen muss, wendet sich der böse Bube in der uns vorliegenden PC-Version direkt an Fisher, mit dem Anliegen, man wolle einen Aufstand anzetteln und ausbrechen. Gesagt, getan! Der Plan der NSA geht auf und zehn Minuten später befindet sich Sam im Hauptquartier der Bösewichter. Von nun an tritt das Sympathiesystem in Kraft. Fisher erhält sowohl von der NSA als auch von den Terroristen Anweisungen, was in den folgenden Missionen zu tun ist. Ein Beispiel: Die JBA verlangt von Sam, an Bord eines Kreuzfahrtschiffes eine Bombe zu legen, die NSA will das natürlich verhindern. Sam hat die Wahl: Sprengt er das Touristenschiff in die Luft? Oder entschärft er heimlich die Bombe? Es liegt am Spieler, einen Weg zu finden, der seiner Beliebtheit bei den Parteien möglichst nicht schadet.
Klingt auf dem virtuellen Papier natürlich alles klasse, eine Revolution des Gameplays darf man aber nicht erwarten. Einerseits wird immer noch geschlichen bis der Arzt kommt, andererseits ist es auf dem „normalen“ Schwierigkeitsgrad alles andere als schwer, die Auftraggeber nicht zufrieden zu stellen, da man in 90% der Fälle auch unter Zeitdruck den Anforderungen beider Parteien gerecht werden kann.

Bevor dieser verdutzte Pelzmantel weiß, wie ihm geschieht, setzt Sam zum finalen Stich an.
Macht aber nichts, wer hat denn eine Generalüberholung gefordert? Außerdem entschädigt die gute Wahl der Szenarien für die etwas laue Umsetzung des Parteienkonzepts. Hier hat Ubisoft einen guten Riecher bewiesen und Sam Fisher zu wirklich flauschigen Plätzchen geschickt, zum Beispiel in die Arktis bei Schneesturm oder in das Krisengebiet im Kongo.
Die Level präsentieren sich in der Regel im Glitzerkleid und spielen sich spannend. So muss Sam oft unter Zeitdruck agieren oder sich in schwindelerregende Höhen begeben. Hinzu gesellen sich einige kleinere neue Bewegungen wie zum Beispiel das Attackieren eines Gegners durch brüchiges Eis. Hierbei kommt Fisher in seinem kälteresistenten Neoprenanzug von unten aus dem eisigen Wasser, während sich der anvisierte Gegner auf brüchigem Eis oberhalb des Agenten befinden muss. Sam fackelt nicht lange, zerschlägt das Eis, zerrt sein verdutztes Opfer zu sich ins kühle Nass und gibt ihm den Gnadenstoß. Das ist doch mal ein interessanter Move.
Autor: Sven Hintz (sh)
Erstellt am: 14. November 2006, 16:18 CET