In blood we trust
Anno 2003 beglückte Crimsonland als Freeware Tausende von Spielern mit Top-Down Perspektive und einer ganzen Menge Action die an die Klassiker aus längst vergangenen Tagen erinnert. Auch 2005 ist dieses simple Spielprinzip noch lange nicht Schnee von gestern. Shadowgrounds verbindet schmucke 3D Grafik mit klassischen Spielelementen, und vielen bösen Aliens.
Im Jahre 2072 wird der Jupiter Mond Ganymed erfolgreich per Terraforming bewohnbar gemacht. Als einfacher Ingenieur wird man plötzlich in einen militärischen Konflikt mit Außerirdischen gezogen.
Einfach gut
In Shadowgrounds ist alles simpel. Die Story erinnert an diverse action B-Movies aus den 80ern und 90ern. Mit dicken Sprüchen folgt man dem Pfad der Gerechten und mäht fast alles nieder was einem ins Licht läuft. Die Missionen in den insgesamt elf Leveln beschränken sich auf Schalter drücken, Schlüsselkarten finden oder einfach ein bestimmtes Objekt zerstören. Die Level sind sehr abwechslungsreich und mit Liebe zum Detail gestaltet, und außerdem ziemlich groß.
Oftmals wird man von einem oder mehreren Charakteren begleitet die in Zusammenhang mit der Story stehen. Ob Wissenschaftler, General oder eine Soldatin die man bereits zu Anfang antrifft. Positiv dabei ist, dass man sich nicht um deren Leben kümmern muss, weder durch gegnerisches Feuer noch durch eigenes sind die freundlich gesinnten NPCs verwundbar. Ein Feature was man bei vielen anderen Spielen doch des öfteren vermisst.
Hilfreich sind diese Charaktere im Kampf allerdings nicht. Das macht aber überhaupt nichts, da man ein stolzes Waffenarsenal im Laufe des Spiels aufbaut. Insgesamt Zehn Waffen bieten genügend Feuerkraft gegen die gegnerischen Horden. Das Wunderbare an den Waffen ist, dass man pro Waffe drei Upgrades installieren kann um die Wirkung zu verbessern oder Sekundäre Feuermodi hinzuzufügen. Besiegte Gegner lassen zufällig sogenannte Upgrade-Teile fallen mit denen man je nach Anzahl Upgrades durchführen kann. Das ist auch mitunter der interessanteste Aspekt in Shadowgrounds, denn die Upgrades sind enorm motivierend und bringen wirklich Abwechslung in das Gameplay. So kann die Shotgun als Sekundärfeuermodi ihr gesamtes Magazin auf einmal loswerden. Die Minigun kann als Stationäres Geschütz aufgebaut werden und der Granatwerfer verschießt Cluster-Bomben.
Durch diese Vielfalt lassen sich die diversen Gegner auf viele arten um die Ecke bringen was teilweise deutlich spaßiger ist als in aktuellen Ego-Shootern. Und Gegner gibt es viele. Zu Anfang hat man es noch mit eher harmlosen spinnenartigen Kleintieren und Alien-Raptoren zutun, im späteren Spiel gesellen sich Hydralisken-artige Wurmwesen und allerlei bewaffnete Zwei- und Mehrbeiner dazu. Ab und an darf man auch gegen Level-Endgegner antreten, auch wenn das nicht sonderlich schwierig ist oder besondere Taktiken erfordert. Der größte Kritikpunkt an dieser Stelle wäre die A.I. des Spiels. Gegner lassen sich nur zu leicht austricksen und agieren sehr gradlinig. Teilweise bleiben sie stehen oder verkanten sich an Kisten, so dass es ein leichtes ist diese auszuschalten. Angesichts der Mengen ist das aber teilweise auch von Vorteil, da man oftmals von allen Seiten angegriffen wird.
Im Grund reicht es die richtige Waffe für Gegner und Level zu wählen, um unbeschadet durch die 11 Level zu kommen. Speichern kann man nämlich nicht, das übernimmt eine Autosave Funktion die an bestimmten stellen automatisch speichert. Davon bekommt man aber leider nichts mit, da eine optische Meldung darüber fehlt. Auch sind die Leben nur begrenzt. Die zwei Dinge sind aber nebensächlich, da man auf mittlerem Schwierigkeitsgrad nur sehr selten stirbt. Nach 8 bis 12 Stunden wird man auch schon mit dem Abspann konfrontiert. Allerdings kostet Shadowgrounds auch gut 20€ weniger als normale Spiele.
Lediglich der Mehrspielermodus ist nicht das Gelbe vom Ei. Zwar gibt es einen Coop für bis zu vier Spieler, aber nur an einem Rechner. Das ist ohne zwei oder mehr Controller mehr Frust als Lust und wirkt heutzutage veraltet. Ein zusätzlicher LAN Modus hätte sicherlich mehr Freude gebracht.
Technisch schick
Grafisch präsentiert sich Shadowgrounds von seiner besten Seite. Bumpmapping wird nicht verwendet, dafür bringt die Taschenlampe für jedes Objekt dynamische Schatten, ob Gegner oder Maschendrahtzaun, wirklich jedes Objekt wirft einen Schatten. In manchen Abschnitten erinnert Shadowgrounds somit entfernt an Doom III, da dieses Feature auch für die Atmosphäre sinnvoll eingesetzt wurde indem manche Räumlichkeiten ohne Lichtquellen ausgestattet sind. Auch die Effekte sind eindrucksvoll und Abwechslungsreich, ob Feuer oder Gasnebel, jeder Effekt birgt einen dezenten Shadereinsatz der optisch ordentlich was her macht.
Allerdings sind die Ansprüche auch nicht gerade gering, unter einer GF4 Ti läuft Shadowgrounds erst gar nicht.
Der Sound präsentiert sich ähnlich gelungen. Neben guten Waffensounds gibt es auch schöne Musik. Diese wird zwar teilweise wiederholt und passt auch nicht immer zum Geschehen, ist aber melodisch und abwechslungsreich gestaltet. Die deutschen Synchronstimmen sind Solide und unterstützen die Trash-Story sehr gut. Oftmals kommt ein unweigerliches Grinsen über die Lippen geschlichen, wenn der Held einen seiner Sprüche aufsagt.
Autor: Christoph Courmont (cc)
Erstellt am: 10. Dezember 2005, 22:35 CET