Infernal
Schon seit geraumer Zeit lassen sich die Entwickler Neues einfallen, um Shooter auch heute noch schmackhaft zu machen. Spätestens seit Max Payne wissen wir, dass Slowmotion „Bullettime“ eine tolle Sache ist und den Spielspaß fördert. Infernal setzt stattdessen auf die Mächte der Unterwelt, die man nun im Dienste des Teufels persönlich einsetzen darf.

Das Objekt der Begierde .. (Vordergrund)
Der Spieler schlüpft in die Rolle von Ryan Lennox, einem Ex-Engel der himmlischen Agenten-Organisation Etherlight, der für seine unkonventionelle Arbeitsweise gefeuert wurde. Doch die Arbeitslosigkeit ist Lennox geringstes Problem, denn Etherlight sieht in ihm eine Gefahr, und versucht nun sein Leben mit Waffengewalt zu beenden. Ein perfekter Zeitpunkt für die Gegenseite, Abyss, den Ex-Agenten für ihre Zwecke zu gewinnen. Auch wenn der Herr im dunklen Anzug nicht besonders vertrauenserweckend ist, so geht Lennox auf das Angebot ein und schließt sich der dunklen Seite an, mit Aussicht auf Rache an seinem ehemaligen Arbeitgeber. Im ersten Moment ist nicht ganz klar, was der neue Auftraggeber eigentlich sucht, doch schon bald nimmt das Ziel Konturen an. Es handelt sich um eine Art Maschine, die im Besitz von Etherlight ist.

Na wer das wohl ist?
Bereits in den ersten Spielminuten fällt eines besonders auf: die ungewöhnlich starre Steuerung. Zusammen mit dem nicht optimal gewählten Rotationspunkt der 3rd-Person Kamera ist man eine ganze Weile damit beschäftigt sich an das Ballern zu gewöhnen. Auch der Rückstoß der Waffen fühlt sich kantig und unrund an. Dieses Szenario zieht sich über die komplette Steuerung des Charakters. Ob Granaten werfen oder in Deckung gehen à la Rainbow Six Vegas, alles fühlt sich ungenau an, was dem schnellen Gameplay so gar nicht gut tut. Damit wäre auch schon das Hauptproblem des Spiels beschrieben, denn das ist der primäre Grund warum Infernal Genre-Konkurrenten hinterher hinkt. Sekundäre Gründe sind kleine Details am Rande. So wird etwa beim Nachladen der Waffe etwa das komplette Magazin entleert, was ein absolutes Unding bei einem Action-Shooter ist. Ebenso das Sterben, wenn man von einer sehr geringen Höhe herab springt.

Die natürliche Gravity-Gun.
Das ist sehr schade, denn Infernal bietet einiges an Ideen-Potential. Durch den Bund mit dem Teufel erhält Lennox im Laufe des Spiels einige Spezialkräfte, genauer gesagt zwei: Teleportation und Telekinese. Zusätzlich kann er seine Macht auf jede irdische Waffe anwenden und damit die Feuerkraft wesentlich steigern. Die Verwendung dieser Kräfte Manavorrat aus, der sich nur durch das töten von Gegnern wieder auffüllen lässt. Auch die Lebensenergie wird unkonventionell wiederhergestellt, durch das Aufsaugen von toten Gegnern. So bekommt man ebenfalls deren Waffen oder Munition. Durch die zwei Spezialfähigkeiten werden die häufigen Schalterrätsel etwas interessanter, sofern man erkannt hat wie es weiter geht. Denn nur zu oft wird an Hinweisen gespart, und man läuft konfus durch die Karte weil nicht erwähnt wird, dass man sich lediglich mal kurz zum Schalter beamen muss. Solcher Hänger tauchen gerade in der ersten Hälfte des Spieles öfters auf, was recht frustrierend sein kann. Hier hätten direkte Hinweise nicht geschadet.
Autor: Christoph Courmont (cc)
Erstellt am: 20. Februar 2007, 00:05 CET