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Counter-Strike: Condition Zero

eXp Review Fazit Kommentare (2)
eXp-Rating:5
Developer: Valve
Publisher: Vivendi Games
Genre: 1st Person Shooter
Releasedate: 24.04.2004
Weitere Plattformen: keine

Bedingungslos kapituliert

Der Volksmund weiß: Die Sau wird solange gemolken bis die Wollmilcheier brechen. Oder so. Valve bringt auf jeden Fall mit Condition Zero einen Singleplayer für Counter-Strike


Die Idee schien erfolgsversprechend. Jahre später zeigt sich aber, dass man die Zeit besser mit Schlammcatchen oder Gruppenpicknicken verbracht hätte: Das Produkt wurde zum Disaster. Eigentlich war es klar: Viele Spielefirmen verderben den Brei – und in diesem Fall waren vier Köche über Jahre hinweg damit beschäftigt, das Game kräftig zu versalzen. Gearbox, Ritual, Valve selbst und die Newcomer der Turtle Rock Studios servieren nun schwer Verdauliches.

Einen lieblos zusammengeklatschten Singleplayer-Modus gabs von Letzeren: Im Stil eines bekannten indizierten Titels muss der Spieler in einzelnen Runden auf verschiedenen Maps gegen Bots antreten, zur Belohnung winken neue Maps und intelligentere Kameraden. Die sind auch dringend nötig, setzt sich die KI doch nur knapp im direkten Vergleich mit Toastbrot durch. Und auch sonst kaum überzeugendes von Kollege Bot: Reflexe einer Oma, Aiming wie der Papst und bei den Bewegungsabläufen schlagen selbst Grobmotoriker die Hände über dem Kopf zusammen.
Dabei hätte die Erfahrung da sein sollen – die Köpfe hinter dem Turtle Rock Studio haben einen der besten Bots für Counter-Strike gebastelt.


Auch der Rest des Games kann nicht überzeugen: Die Grafik ist nach wie vor asbach und kann Augenkrebs verursachen, die alten Maps werden durch einige neue Texturen auch nicht attraktiver und neue Maps sollten mehr Innovatives bieten als die durchschnittliche RTL-Produktion. Und nein, ein innovativer Name wie Condition Schulmädchen: Vom Baby-Strich zum Progamer hätte auch hier kein besseres Spiel gemacht.
Der Multiplayer-Modus macht zwar Laune, darf aber kaum den Entwicklern angerechnet werden. Wie bisher werden Geiseln befreit, Bomben gelegt und Teammates gekillt. CZ ist übrigens kompatibel zu CS 1.6 bietet aber auch einen eigenen Multiplayer-Part, in dem all die ach so innovativen Neuerungen ausprobiert werden dürfen.
Das Fazit fällt vernichtend aus: Nach gerade mal 2 Maps verstaubt Condition Zero auf der Platte. Nichtmal Anfänger dürften sich damit Ködern lassen, dafür ist die Grafik zu schlecht. Die Schildkröten müssen dringend noch ein wenig mit Atommüll spielen und kräftig mutieren, bevor sie ernstzunehmende Entwickler werden können.

Haaaaaaaaaaaaaaaaaaalt, war da nicht noch was? Stimmt. Bei der Installation gut versteckt enthalten die beiden CDs auch noch die Deleted Scenes – den Teil, den Ritual abliefern wollte. Rund um den Globus gehts auf die Terroristen-Hatz, Geiselbefreiungen, Anschläge, Atomraketen – ein ganz normaler Schichtplan. Allerdings verbindet keine Kampagne die Einsätze, Instant-Action heißt hier das Prinzip: In routinierter Rambo-Manier wird zum Halalali geblasen, teilweise erhält man auch Unterstützung von halbwegs intelligent agierenden Sidekicks, die mitunter aber auch ihre Aussetzer haben: Der eine blockiert den Aufzug, der andere beschießt die Wand anstatt Gegner auszuschalten – fast wie auf Public-Servern.

Trigger unhappy CZ

Zum Glück stellen sich die Gegner selten cleverer an, so daß man auch ohne seine Kollegen klarkommt. Blöd wirds nur dann, wenn die ein Ereignis auslösen sollen, sich aber lieber mit bedrohlichen Wänden beschäftigen. Da hilft nur der Quicksave. Das ist beinahe innovativ.


Ritual hat auch einige neue Gadgets ins Spiel gebracht, Digitalkameras, Fiber-Optic-Cameras und Walkie-Talkies helfen dem Spieler – ausschließlich an dafür vorgesehenen Stellen. Chance vertan, ein wenig Neues einzubringen.
Insgesamt aber ein unterhaltsamer Singleplayer-Modus. Und der Haken? Spielt sich wie Half-Life, nur mit modernen Waffen und modernem, halbwegs realem Setting. Und weil man ja keine Inspiration für künftige Terrortaten liefern will, kommen die Einsätze reichlich ausgelutscht daher: Kolumbianische Drogencamps, russische Atombunker und afrikanische Wüstenstädte wollen von Terroristen gesäubert werden. Zehn Maps halten auch nicht lange vor – kurze, aber intensive Kost, die dennoch nicht überzeugen kann.
Auch wenn so langsam aber sicher noch einige, teilweise sogar sehr gute Maps auftauchen, die es von Rituals Tischen nicht ins Game geschafft haben, bietet CZ auch mit den Deleted Scenes insgesamt nur Durchschnittsware. Mal davon abgesehen, dass das eigentliche Produkt eh niemanden hinter dem Ofen hervorlockt. Auch eine grandiose Deleted-Scenes Kampagne hätte nicht viel rausgeholt, schließloch ist diese nur Dreingabe...

Autor: Lennart Dahmen (ld)
Erstellt am: 30. Juli 2004, 21:37 CEST

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