Düster, blutig und grausam.

So nette Gags findet man quer über das ganze Spiel verteilt.
Mögen die Spiele beginnen
Wir befinden uns mitten in Los Angeles, der Stadt der Engel – der toten Engel. Die Augen verfolgen eine Frau, deren schwarze, aufreizende Klamotten auffallender kaum sein könnten. Sie wandelt in eine schmale Seitengasse mitten in Downtown. Dann geht alles ganz schnell, die Zähne blitzen kurz auf, doch bevor sie dies bemerkt, stecken sie schon in ihrer Halsschlagader und das Blut fließt geradezu in Strömen in den Rachen des Jägers. Genau diesen Jäger verkörpert man in Vampires The Masquerade: Bloodlines. Man spielt einen Vampir, dessen Zeugung eigentlich gar nicht geplant und eigentlich auch illegal war. Doch durch die Intrigen die zur Zeit des Geschehens ist der Vampirprinz der Stadt gnädig und verschont das Leben des Kükens – so scheint es jedenfalls, denn in Wahrheit glaubt er nicht an dessen Überleben.
Bugs: Leider haben sich in
Bloodlines unzählige Bugs eingeschlichen, die wirklich nervig sind - einige verhindern sogar das Weiterspielen. In häufigen Fällen kommt es aber zu unsäglichen Grafikfehlern oder durchaus merkwürdigen Bugs wie auf diesem Bild. Im Test blockierten die Schränke den Ausgang aus den eigenen vier Wänden, wodurch einge komplette Mission wiederholt werden musste. An einer Stelle im Spiel kommt man traurigerweise auch nur mit einem Cheat weiter, da das Spiel sonst abstürzt.
[size=bigger]Am Anfang und von vergangenen Tagen[size]
Wie schon erwähnt, wurde der Spieler unrechtmäßig zu einem Vampir gemacht – die strengen Gesetze und die Geburtenkontrolle der Camarilla, die seit ewigen Zeiten regiert, fordern, dass der Erzeuger und der Gezeugte hingerichtet werden, doch da derzeit ein scharfer Wind zwischen Camarilla und Anarchen, der zweiten Gruppe in der Stadt, herrscht, wird zumindest der Spieler verschont. Doch bevor all das geschieht, muss man sich erst einmal einen Charakter schaffen und dessen Fähigkeiten und Clan bestimmen.
Wählt man einen Brujah, so wird man im Spielverlauf eher kämpfen – wählt man einen Nosferatu wird man wohl oder übel zum Schleichen verdammt, da Nosferatu im Nahkampf nicht gerade die Überflieger sind. Zudem bestimmt die Wahl des Clans auch gleich die Disziplinen, welche man verwenden darf. Disziplinen, das sind so eine Art Zauber für Vampire, die aber kein Mana sondern Blut beanspruchen. Ein Beispiel ist die Disziplin „Gestaltwandel“ von den Gangrel, welche den Vampir später in eine wahre Bestie verwandelt, sodass den Pranken nicht einmal ein Panzer standhalten kann.
Die Fähigkeiten sind auch abhängig vom gewählten Clan. Zwar kann auch ein Vampir eines Clans, der auf Heimlichkeit ausgelegt ist, zum Nahkämpfer werden, doch das kostet wesentlich mehr Erfahrungspunkte, und die wollen gut verteilt werden. Denn je mehr man sich auf teils unterschiedliche Dinge konzentriert (z.B. einmal Nahkampf und dann Schlösserknacken), kann man bei den Quests verschiedene Lösungswege gehen.
Kämpft man sich durch, oder bricht man durch die Hintertür ein und lässt alle am Leben, oder schaltet man sie doch hinterrücks aus?

Hier taucht gleich ein Werwolf auf.
Wenn man dann seinen Charakter hat, geht’s auch schon los, und man startet in seinem Apartment. Doch wer den Vorgänger, Redemption, gespielt hat und sich auf ein Rollenspiel freut, der dürfte erst einmal geschockt sein, wenn er in seinem neuen Apartment kurz in die Steuerung eingewiesen wird. Nichts ist da mehr mit Maussteuerung und Gegneranklicken und warten, bis dieser zu Grunde geht. Im Nachfolger geht es aktiver zur Sache, da wird wie in einem Shooter „W, A, S, D“ benutzt, und die Maus dient der Blickrichtung. Doch keine Angst, denn diese Veränderung ist wirklich gelungen. Zumindest was den Nahkampf angeht. Es gibt kein besseres Gefühl, als in der Third-Person Ansicht einem Sabbatanhänger mit einem Vorschlaghammer den Schädel zu zertrümmern. Doch was die Entwickler mit den Schusswaffen gemacht haben, ist einerseits zwar schon ok, da die Zielsicherheit mit der man vorgehen kann davon abhängt, wie gut man in Sachen Schusswaffen seine Fähigkeiten gefördert hat, doch andererseits ist es wahrlich frustrierend, wenn man mit einer Uzi versucht einen Gegner zu erwischen. Wegen der großen Ungenauigkeit und des großen Verzugs der Waffe stanzt man oft noch nicht mal richtige Löcher in die Luft. Dafür entschädigt aber das große Waffenarsenal, welches zum Glück auch mit Flammenwerfer und Schrotflinten aufwartet, bei denen es nicht so auf die Genauigkeit ankommt. Genau diese beiden Waffen werden gegen Ende des Spiels übrigens immer öfter zum Einsatz kommen, auch wenn die Munition für den Flammenwerfer leider etwas knapp bemessen ist.
Autor: Michael Hoss (mbh)
Erstellt am: 26. November 2004, 21:31 CET