Der eine Ring
Ein Spiel...
...sie zu knechten, sie alle zu finden,
In Exzess zu treiben und ewig zu binden
Im Lande Mittelerde, wo die Schlachten toben

Ein Nazgul attackiert.
Es dauert nicht mehr lange, die Heerscharen von Rohan nähern sich. Nur noch ein paar Minuten bis zu ihrem Eintreffen, die Zeit wird immer knapper und die Orks stürmen pausenlos vor und preschen gegen das Tor, am Damm wurde schon eine Mine gelegt und die Fackel ist auf bestem Wege sie zum zünden zu bringen. Legolas, Gimli und alle anderen Helden kämpfen mit letzter Kraft, die Lage scheint Hoffnungslos, doch die Uhr tickt runter und kündigt an, worauf in Helms Klamm gehofft wird: Die Reite Rohans, die Verstärkung.
Wer jetzt glaubt, dass alles noch gut ausgeht, der irrt – und zwar gewaltig. Wir spielten nämlich auf Seiten der Orks und stürmten eben gegen jene Tore und verzweifelten schon fast daran. Die Mauern wollten einfach nicht brechen und die Uhr tickte halt eben auch immer weiter in Richtung Null. Helms Klamm musste erst einmal warten. Lutz (Wer ihn nicht kennt: „Wem habt ihr die Treue geschworen?“ „Saruman!“) und seine Urukais wurden in Stellung gebracht, die Lanzenträger in vorderste Front gestellt und abgewartet. Dann war es soweit. Ein riesiger Haufen Reiter fiel über das Land her und walzte nahezu alles nieder. Alles? Nein, ganz sicher nicht alles, denn die Orks und Urukais lebten noch, doch die feindliche Streitmacht war besiegt und kurze Zeit später waren die Balisten fertig und das Tor von Helms Klamm Vergangenheit – ebenso wie der Damm der gesprengt wurde. Aragorn und Co. waren besiegt.
Doch keine Angst: Wer nicht für die bösen Buben kämpfen will, der kann auch Frode und seine Truppe spielen. Entweder man spielt die Handlung aus den Filmen nach, mitsamt all den epischen Schlachten oder man entscheidet sich für Saruman und Sauron, welchen eine alternative Kampagne spendiert wurde, die folglich auch ein ganz anderes Ende nimmt. Was wäre wohl passiert wenn Sauron an den Ring gekommen wäre? Was wenn Minas Tirith niedergebrannt worden wäre? All dies lässt sich nun erleben, mit Herr der Ringe: Schlacht um Mittelerde, dem neusten Strategiespiel der C&C Generals Macher von EA LA.

Ein einsamer Mitstreiter.
Wie schon gesagt, man entscheidet sich gleich im Menü dafür, welche Seite man zuerst spielt. Apropos Menü, schon selbiges lässt echtes “Herr der Ringe-Feeling“ aufkommen. Wenn man sich dann entschieden hat, wird man jeweils an die andere Front geschickt. Die guten starten schon mal mit einer Schar Helden in Moria, wo auch der berüchtigte Balrog auf einen wartet. Da darf natürlich auch der Stilechte Kampf zwischen diesem und Gandalf nicht fehlen. Auf der bösen Seite bestreitet man zu Beginn mit der weißen Hand, also mit Saruman seine Schlachten und fackelt gleich erst mal die Ents samt Enting ab. Der Schwierigkeitsgrad der beiden Fraktionen unterscheidet sich mitunter drastisch, Anfänger sollten definitiv erst einmal die Schergen Saurons wählen. Dort haben sie dann Zeit ihre Basen aus dem Boden zu stampfen und alles gemächlich dem Erdboden gleich zu machen. Wer sich gewachsen fühlt, der greift eben den Ringträgern unter die Arme und verliert schon mal leicht den Überblick bei so vielen Helden und Fähigkeiten die eingesetzt werden wollen. Zudem wird man ständig angegriffen und unter Druck gesetzt, doch nach einer Weile gewöhnt man sich auch an dieses hohe Tempo.
Die Fähigkeiten der Helden, welche alle aus den Filmen stammen, machen alle Sinn und lassen sich auch in den Filmen freilich wiederfinden. Gandalf und Saruman schleudern ihre Gegner einfach so quer durch die Luft, während die Nazgul mit ihrem Gekreische Feinden eine Heidenangst einjagen und Legolas mit seinem Bogen auch schon mal drei oder mehr Pfeile auf einmal auf den Gegner abfeuert. Die Helden sind, sowie bei Warcraft 3 oder auch Spellforce oftmals der Schlüssel zum Sieg. Wer sie oft in die Schlacht schickt, steigert ihre Kampfkraft und ihre Fähigkeiten und macht sie so noch mächtiger. Das fällt auf Seiten der Guten etwas schwerer, da meistens so viele Helden vorhanden sind, dass man schon mal den ein oder anderen irgendwo im Nirwana vergisst oder ihn taktisch unklug einsetzt. Doch nicht nur Helden sammeln Erfahrung, auch normale Einheiten und sogar Gebäude werden stärker bzw. produktiver. Auch hier macht es einen Unterschied, zumindest bei den Einheiten, was die beiden Fraktionen betrifft. Bei Sarumans und Saurons Gefolge ist meist die schiere Masse der Weg zum Sieg – bei den Guten sind gut ausgebildete Mitstreiter unverzichtbar und führen vor allem im späteren Verlauf des Spiels den Spieler zum Siege.
Bei Gebäuden trägt der Erfahrungseffekt dazu bei, dass neue Upgrades und Truppen verfügbar werden. So schaltet man schwere Rüstungen und Feuerpfeile frei, indem man Truppen produziert und so den Rang der Gebäude erhöht.

Der Balrog ist nicht leicht zu besiegen.
Aber zurück zu den Einheiten, denn diese sind in einem Herr der Ringe Spiel ja sozusagen das Kernelement, da wahrscheinlich jeder kleine Tolkienfan schon immer mal einen Ent in die Schlacht schicken wollte. Und genau hier punkten die Entwickler auf ganzer Linie, denn jede Einheit ist entweder aus dem Buch oder aus dem Film bekannt und fühlt sich auch so an. Das lässt sich am einfachsten am Beispiel eines Trolls beschreiben. Stellt man zwei Trolle nebeneinander, so fangen diese an sich gegenseitig ab und an eins Überzubraten, nicht fest, doch allzu lange sollte man die beiden nicht nebeneinander stehen lassen – es sind eben Einzelgänger. Schickt man so einen Troll in die Schlacht, so haben andere Einheiten nichts mehr zu lachen. Fußtruppen werden kurzerhand plattgetreten oder hoch durch die Luft geschleudert. Effektiver klappt das natürlich mit einem Baum. Neigt sich das Leben eines solchen Trolles dennoch mal dem Ende sollte man extrem vorsichtig sein, denn wenn so ein Vieh mal ausrastet sind auch eigene Truppenverbände nicht mehr sicher.
Und wenn es schon um Truppenverbände geht, dann sollte erwähnt werden, dass die meisten Truppen in kleinen Gruppen aus den Produktionsstädten kommen. Ob Reiter, Bogenschützen und so weiter, alle Gruppen bestehen aus 5 – 10 einzelnen Einheiten. Nur mächtige Einheiten, wie die schon erwähnten Trolle oder auch Ents und Olifanten werden einzeln produziert. Jede einzelne Einheit ist gegen eine andere besonders stark und gegen wieder eine andere sehr Schwach. Schwertkämpfer ziehen den kürzeren gegen Reiter, diese wiederum gegen Lanzenträger und diese wieder gegen Bogenschützen. So bleibt alles im Gleichgewicht.
Basen stampft man ganz einfach aus dem Boden – nämlich nur an wichtigen Punkten in den Karten. Man kann, je nach Standpunkt, unterschiedlich große Basen bauen, auf welchen wiederum eine bestimmte Anzahl an Gebäuden samt Wachtürmen errichtet werden können. Den einzigen wirklichen Unterschied machen hier die Anhänger Gondors, denn bei ihnen wird gleich noch eine Mauer samt Tor mit aufgezogen.
Autor: Michael Hoss (mbh)
Erstellt am: 13. Dezember 2004, 19:06 CET