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The Path

eXp Review Fazit Kommentare (2)
eXp-Rating:7
Developer: Tale of Tales
Publisher: Steam Powered
Genre: Action-Adventure
Releasedate: 18.03.2009
Weitere Plattformen: keine

Horror neu entdecken

Seit einiger Zeit können sich Interessierte über Steam ein Spiel mit dem Namen The Path zulegen. Das Projekt aus dem Hause Tale of Tales bietet dabei so gesehen eigentlich kein Spiel mehr, sondern mehr ein interaktives Märchen. Dieser Umstand, gepaart mit der Tatsache, dass es hier äußerst düster und surrealistisch zur Sache geht, machen den Titel zu einem durchaus interessanten Produkt.

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The Path ist eine ganz eigenwillige Interpretation von Rotkäppchen und dem bösen Wolf. Der Spieler beginnt in einem kleinen Zimmer, wo man aus der Perspektive der Mutter eines von sechs Mädchen (Ja, es handelt sich um die Töchter) auswählt. Egal ob Robin, Carmen oder Rose – eines der Geschwister wird auserkoren, der Großmutter einen Korb mit Lebensmitteln zu überbringen. Anders ausgedrückt: Dem Spieler werden sechs unterschiedliche Charaktere präsentiert, mit denen er sich in die Spielwelt begeben darf.

Ist man in selbiger angekommen, so weist das Spiel das Mädchen an, direkt zum Haus der Großmutter zu gehen – aber unter gar keinen Umständen einen Abstecher in den düsteren und gruseligen Wald zu unternehmen. Wer den Rat befolgt, der schafft das Kapitel jedoch nicht. Dann hat die Oma zwar das Benötigte, doch ist es die Aufgabe des Spielers, die Welt auch zu erkunden. So begibt man sich also erneut in den Wald, doch dieses Mal mit der Absicht auch Dinge zu entdecken, die eigentlich verborgen bleiben sollten. Mit den Mädchen dringt man also in das Unterholz vor. Was es hier zu sehen gibt? Das lässt sich nur schwer beschreiben. Seltsame Orte kann man entdecken. Orte, an denen merkwürdige Dinge passieren. Geister tauchen auf, Gräber können besichtigt und Wölfe geritten werden.

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Um es auf eine andere Art und Weise auszudrücken: Abgesehen von der Tatsache, dass man die Wölfe nach Möglichkeit meiden sollte, wollen wir an dieser Stelle nicht allzu viel verraten, denn Tatsache ist, dass der Titel von seinen Überraschungen und dem Unbekannten lebt. Dabei spielt sich das Spiel auch noch äußerst gemächlich. Wer versucht, zu rennen, der wird schnell merken, dass er die Übersicht verliert und die Umgebung ihre Farbe verliert. Es ist durchaus Absicht, dass man sich langsam durch das Spiel bewegt und nach Details sucht und auch wirklich jedes Item einsammelt, was man nur finden kann. Durch diesen Umstand bekommt The Path seinen ganz eigenen Charme, der wirklich an einen Spaziergang erinnert. Allerdings sorgt er auch dafür, dass nur eine bestimmte Zielgruppe angesprochen wird und der Titel nicht für jedermann zu empfehlen ist. Wer auf hektische Auseinandersetzungen steht oder gerne schnell wie der Wind durch die Welt fegt, der ist hier einfach fehl am Platz.

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Ebenfalls fehl am Platz sind jene Spieler, die ihre Hardware voll und ganz ausnutzen möchten, denn The Path ist kein aufwendiger Grafikbrenner. Würde manch anderer Titel genauso aussehen, so wäre mit Sicherheit böse Kritik angebracht, doch hier passt die Optik zum Spiel. Die schwammigen Texturen und leicht hölzernen Animationen passen zum restlichen Stil des Spiels. Auch der starke Bloom-Faktor fällt hier kaum negativ auf, denn auch er unterstreicht die kindlich schaurige Atmosphäre und verleiht dem Titel auf seine ganz eigene Art und Weise etwas geheimnisvolles. Dass die Schmuddel-Grafik Absicht ist, merkt man, wenn man seine Ohren spitzt. Zwar ist die musikalische Untermalung eher dezent ausgefallen, so ist die Geräuschkulisse beängstigend und gruselig. Es mögen nicht viele Klänge sein, doch ist es eben dieser minimalistische Stil, welcher so besonders ist.

Keine Frage: The Path ist nicht für jeden Spieler empfehlenswert. Es ist eben ein kreatives und experimentelles Spiel. Ein Spiel, was nachdenklich stimmt. Ein Spiel, was gänzlich anders ist, als andere Titel die man kennt. Wer sich aber auf das Ungewöhnliche und mystische einlässt, der kann im finsteren Wald zahlreiche Stunden verbringen. Denn zu entdecken gibt es viele Orte und viele Geheimnisse wollen gelöst und gefunden werden. Wer aber hofft, The Path in jedem Detail zu verstehen, der wird enttäuscht sein: So wie das Spiel eine eigene Interpretation ist, so muss man auch selbst interpretieren und überlegen.

Autor: Michael Hoss (mbh)
Erstellt am: 30. Juni 2009, 13:11 CEST

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