He's back!
Sam ist zurück. Und er hat es wieder auf die außerirdischen Invasoren abgesehen, weswegen er einmal mehr durch die Zeit reist, um die bösen Wichte aufzuhalten. Moment. Das ist so nicht ganz richtig. Er reist nicht einmal mehr zurück, sondern schon wieder. Denn Serious Sam HD ist ein Remake des erste Serious Sam.
Damals wie heute ist die Geschichte natürlich so ziemlich egal. Wichtig ist nur, dass man in die virtuelle Haut eines coolen Helden schlüpft, der immer einen lockeren Spruch auf den Lippen hat und der zahlreiche Monster über den Haufen schießt. Und wenn man unzählige Horden von Gegnern dem Erdboden gleichmacht, dann kommt wieder dieses befriedigende Gefühl, welches besagt, dass das eigene Hirn endlich mal abschalten kann und nur noch den Zeigefinger bewegen muss.
Genau das ist es auch, was Serious Sam HD am Ende bietet: Action ohne Ende und einen leicht verkrampften Finger, da der Abzug quasi durchweg betätigt wird. Die Gegner sind genauso skurril wie vor einigen Jahren: Von wild gewordenen Bullen, über Stier-Skelette bis hin zu kopflosen Selbstmordattentätern und gigantischen Skorpionen, welche mit Maschinengewehren ausgestattet sind. Man selbst tritt den unzähligen Feinden mit Schrotflinten, Plasmakanonen und Raketenwerfern gegenüber.

Am Leveldesign hat sich natürlich nicht viel geändert. Entweder ist man in engen Gängen oder auf großflächigen Plätzen unterwegs und wartet auf den nächsten Ansturm, während man sich gleichzeitig mit neuen Waffen und genügend Munition ausrüstet. Große Kunstwerke bei der Architektur darf man auch heute noch nicht erwarten. Alles ist auf die simplen Schießeinlagen ausgelegt, Abwechslung gibt es selten. Aber das wollen Fans der Reihe ja sowieso nicht. Wie gesagt: Hauptsache der Zeigefinger tut nach einer Weile ordentlich weh.
So ballert man sich schließlich bis zum Endgegner, entdeckt hin und wieder einige geheime Levels und löst äußerst simple Rätsel. Schade ist, dass bei der Neuauflage einige Missionen zu fehlen scheinen – warum das so ist, das wissen auch wir nicht. Aber gerade bei den geheimen Abschnitten fehlen gleich mehrere.
Die wichtigste Neuerung, das dürfte wohl die optische Frischzellenkur sein. Sie ist auch zugleich der einzige merkbare Unterschied zum alten Titel. Serious Sam HD beinhaltet nämlich genau das, was der Name vermuten lässt: Eine aufgebesserte Grafikengine. Einen echten Hingucker sollten Spieler aber nach wie vor nicht erwarten: Es ist zwar beachtlich, was die Mannen beim Croteam aus der alten Engine herausgeholt haben, mit aktuellen Titeln kann das Spiel aber dann doch nicht mithalten. Das liegt aber mehr an der mangelnden Abwechslung und dem stupiden Leveldesign, als an der aufpolierten Grafik selbst. Gerade das Wasser und die Effekte haben die Entwickler ausgiebig verbessert. Und auch die Beleuchtung kann sich sehen lassen.

Wofür das Spiel dann noch mal ein zusätzliches Lob verdient, das sind die zahlreichen Einstellungsmöglichkeiten. Wo andere Titel einfach nur hier und da einige Detaileinstellungen vornehmen lassen, kann man bei Serious Sam HD wirklich jede Kleinigkeit dem eigenen Spielerechner anpassen. So kann jeder die bestmögliche Konfiguration für sich selbst finden. Schade, dass am Ende nur die Grafik ein Update bekommen hat. Sam's Sprüche klingen in der heutigen Zeit ein wenig blechern und die Musik ist auf Dauer auch etwas langweilig.
Dafür kann der Mehrspielermodus überzeugen. Auch wenn es zur Zeit nur den kooperativen Modus gibt, so sorgt dieser doch für einen angenehmen Zeitvertreiben. Mit bis zu 16 Spielern kann man jetzt auch im Internet die unzähligen Monster ins Jenseits befördern. Das macht auch Sinn, denn alleine ist das Spiel selbst auf „Normal“ ganz schön knackig.
Insgesamt bekommen Käufer genau das was sie erwartet haben: Eine grafisch verbesserte Version von Serious Sam. Es ist nicht mehr und nicht weniger. Wer auf bahnbrechende Neuerungen gehofft hatte, der wird enttäuscht werden. Fans kriegen ihren Helden zurück und bekommen in der heutigen Zeit keinen Augenkrebs mehr. Und das war es ja, was die Entwickler erreichen wollten.
Autor: Michael Hoss (mbh)
Erstellt am: 04. Dezember 2009, 12:00 CET