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Ghost Pirates of Vooju Island

eXp Review Fazit Kommentare (0)
eXp-Rating:6
Developer: Autumn Moon Entertainment
Publisher: dtp entertainment
Genre: Point & Click
Releasedate: 11/2009
Weitere Plattformen: keine

Die Geister die ich rief...

ThumbnailDiese drei wollen die Pläne Green Beards durchkreuzen. Papa Doc, Blue Belly und Jane Starling

Adventures und Piraten, das gehört seit Monkey Island einfach zusammen. William "Bill" Tiller und Adventures auch, war er für den grafischen Look vom dritten Teil der Serie, The Curse of Monkey Island, verantwortlich. Mit seiner eigenen Firma Autumn Moon Entertainment entwickelt er nun eigene Adventurespiele und sein neuster Titel, Ghost Pirates of Vooju Island, muss sich aufgrund des gewählten Karibik-Piraten-Settings natürlich auch mit dem Mighty Pirate (TM) messen.

Der finstere Pirat Green Beard beabsichtigt sich zum König der Piraten krönen zu lassen. Er heckt dazu einen noch finsteren Plan aus und bedient sich der Vooju-Zauberin Zimbi, um sein Ziel schnellstmöglich zu erreichen. Doch sollte man niemals einer Vooju-Zauberin vertrauen. Diese verfolgt ihre ganz eigenen Pläne. Mitten zwischen die Fronten geraten die Spionin des amtierenden Piratenkönigs, Jane Starling, der Vooju-Priester Papa Doc (pikanterweise auch noch Ex-Ehemann von Zimbi) und Green Beards Smutje Blue Belly. Als diese drei - teilweise freiwillig, teilweise unfreiwillig - zu viel über die Pläne herausbekommen, werden sie durch Vooju-Zauberei zu Geistern. Losgelöst aus ihrem fleischlichen Körpern können sie nun einfach durch Hindernisse hindurch laufen und niemand kann sie sehen oder hören. Auch wenn es für sie anfangs noch interessant klingt, wollen sie doch schnell wieder in ihre Körper zurück. Und dann gilt es noch zu verhindern, dass Green Beard an die Spitze der Piraten kommt. Über all das wird man per recht lieblos präsentierter Introsequenz informiert und dann letztendlich etwas ratlos über die ganzen Hintergründe ins Spiel geworfen. Das Fragezeichen im Kopf wird man im gesamten Spiel nicht mehr richtig los. Die gesamte Geschichte wirkt nicht aus einem Guss und wird auch etwas hektisch wirr erzählt.

ThumbnailAchtung! Vooju-Pristerin Zimbi kann uns als Geisterscheinung sehen.

Aber drei spielbare Charaktere in einem Adventure und dann noch als Geister, das bietet doch eine Menge Rätselspaß? Leider verschenkt das Spiel diese Ansätze völlig. Jederzeit kann man zwar zwischen den drei hin und her wechseln, richtig zusammen spielen tut man dabei aber nicht. Schicke Team-Rätsel wie in dem Klassiker Day of the Tentacle gibt es keine. Ebenso werden die Möglichkeiten des Geister-Ansatzes nicht konsequent genug ausgenutzt. Durch verschlossene Türen kann man als Geist einfach hindurch laufen, aber keine glühenden Kohlen aufsammeln, da diese zu heiß sind?! Trotz allem sind die Rätsel noch eine der Stärken des Spiels, gerade da sich die aktuelle Piratenkonkurrenz hier deutlich zurück hält. Bei den Kopfnüssen der Geisterpiraten gilt es fast immer um die Ecke zu denken. Interessante Gegenstände wandern als Gedankenstütze in das Inventar. Das kennt man bereits aus dem inoffiziellem Vorgänger A Vamprye Story. Dadurch sammelt sich auch schnell einiges an, was eine Vielzahl an Kombinationen ermöglicht. Manchmal lösen sich einige Rätsel aber nur schon dadurch, weil man zum ersten Mal auf den Gegenstand klickt und der Charakter gleich durch die Steuerung die sinnvollste Tätigkeit umsetzt, ohne dass man diese Reaktion als Spieler vielleicht vorgehabt hätte. Der Schwierigkeitsgrad bleibt aber im ganzen anspruchsvoll. Bei Erfolg wird man vom Spiel oftmals leider nicht mit netten Animationen belohnt. Hier wechselt das Adventure kurz zu einem schwarzen Bildschirm und zeigt sogleich das Ergebnis. Unbefriedigend. Die Hot-Spot-Anzeige (übrigens nicht wie im Handbuch erwähnt über die Leertaste, sondern über die Tabulator-Taste zu erreichen) übertreibt es mit den Interaktions-Objekten. Hier werden oft ein Dutzend Möglichkeiten angeboten, die aber rätsel- oder storytechnsich keinen Sinn ergeben.

ThumbnailEndlich wieder im eigenen Körper, aber es gilt weiter zu rätseln.

Grafisch punktet das Spiel mit stimmungsvollen 2D-Hintergründen, die durch viele kleine Animationen aufgehübscht werden. Leider bewegen sich die 3D-Figuren recht stakelig und detailarm durch die Szenerie. Weitere Animationen, wie bereits oben erwähnt, vermisst man deutlich. Dafür sammeln die launige Hintergrundmusik und die Stimmen der einzelnen Figuren deutliche Pluspunkte. Ist der Humor doch recht vorhersehbar und kindisch, ist die Qualität der Synchronisationssprecher über jeden Zweifel erhaben. Die sehr stimmungsvolle und abwechslungsreiche Hintergrundmusik unterstützt dabei jeden Standort passend.

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass Ghost Pirates of Vooju Island von der technischen Seite (abgesehen von den Zwischensequenzen) in Ordnung geht, leider aber durch die etwas wirre, lieblos wirkende aneinandergereihte Geschichte und den infantilen Humor den Zugang zum Spiel ziemlich erschwert. Schwer wiegen auch die verschenkten Möglichkeiten beim Zusammenspiel der drei Charaktere. Länger als 5 bis 7 Stunden wird man mit dem Adventure übrigens nicht beschäftigt sein.

Autor: Timo Bock (tb)
Erstellt am: 23. November 2009, 09:00 CET

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