Zwischen Frust und Einsamkeit
Mit Star Wars Battlefront: Renegade Squadron erschien schon einmal ein Ableger der Battlefront-Reihe auf der Playstation Portable. Jetzt hat LucasArts sogleich einen zweiten Teil hinterher geworfen. Der Name dieses Mal? Ganz simpel: Elite Squadron. Und so ähnlich wie die Namen sind, so ähneln sich auch die Spiele.
Dieses Mal aber mit dabei: Eine echte Kampagne. Und die orientiert sich, wie könnte es auch anders sein, an der Ähnlichkeit. Wie? Das ist etwas schwer zu verstehen? Dann wollen wir es euch kurz erklären: Es waren einmal zwei Klonkrieger, welche auf den Namen X1 und X2 hörten. Und das ist kein schlechter Scherz, sondern eine Tatsache. Einer schließt sich den Rebellen an, der andere bleibt bei dem Imperium und der Spieler ist ebenfalls mit dabei. Daraufhin erlebt man einige Schlachten, die mit Dialogen zusammengehalten werden, nur um kurze Zeit später die Kampagne abgeschlossen zu haben. Das Wort „Mau“ beschreibt den Umfang des Spielmodus recht treffend.
Aber gut. Der Solopart war ja noch nie die Stärke der Battlefront-Reihe. Ein weiterer Punkt, den man sich bei der Battlefield-Serie abgeschaut hat. Der wahre Fokus liegt, genau wie bei der Konkurrenz, auf dem Mehrspielermodus. Da hat die Reihe jetzt sogar einige Veränderungen bekommen. Oder besser gesagt: Eine ganz massive Veränderung, die alles ein wenig verändert. In Star Wars Battlefront: Elite Squadron kann man mitten im Spiel das Schlachtfeld wechseln. Es finden nämlich zwei parallele Kämpfe statt: Einmal auf der Planetenoberfläche und einmal im Weltraum. Wer sich also am Boden in einen X-Wing setzt, der kann gen Himmel fliegen und landet sogleich bei den Sternen, um dort in die Schlacht einzusteigen. Umgekehrt ist das natürlich auch möglich. Interessant ist dabei der Umstand, dass sich die beiden Ebenen gegenseitig ein wenig beeinflussen. Große Schiffe können gen Boden feuern, Abwehrsysteme feuern in das Weltall. Nur um ein Beispiel zu nennen.

Solche Kämpfe sind im Internet mit bis zu 16 Spielern möglich. Theoretisch zumindest, denn Elite Squadron bringt einige Probleme mit sich. Das größte Problem ist die Spieleranzahl. Während unserer Testzeit fanden wir nur selten ein voll ausgelastetes Match, was uns auch zu unserem zweiten größeren Problem bringt: Hat man ein solches Match gefunden, so wird man gerne mal mit starken Verbindungsproblemen konfrontiert. Da zuckeln die Figuren dann noch eine Ecke mehr über das Spielfeld.
Eine Ecke mehr? Ja. Denn das Spiel ruckelt auch sonst gerne mal. Einbrüche in der Framerate waren leider keine Seltenheit. Da nutzt es herzlich wenig, dass man dieses Mal seinen Kriegern die Ausrüstung frei anlegen darf und auch Upgrades erreichen kann, wenn der Weg dahin zu einer Ruckel-Orgie verkommt. Das wirklich Dumme daran ist, dass Elite Squadron nicht einmal besonders hübsch aussieht. Ja, die Sichtweite ist enorm und auch notwendig für das Genre. Und die vielen Figuren und Fahrzeuge drücken mit Sicherheit ebenfalls ordentlich auf die Rechenpower, doch die stark klobigen Objekte und die vermatschten Texturen wollen dann doch nicht so recht überzeugen.

Wesentlich besser ist da schon der Sound ausgefallen. Aber das darf man von einem Star Wars-Spiel auch durchaus erwarten. Fans bekommen genau das was sie auch erwarten: Eine richtig gelungene Soundkulisse. Dafür werden sie an anderer Stelle mit Sicherheit ein wenig verdutzt dreinblicken. Nämlich bei der Steuerung. Die ist nämlich äußerst einfach ausgefallen. Wie das zu einem Kritikpunkt werden kann, fragt ihr euch? Ganz einfach: Sie ist so einfach, dass sie über ein durch und durch übertriebenes Auto-Aiming verfügt, dass man sogar mit dem Analogstick der Playstation Portable quasi nicht vorbeischießen kann. Wobei man ja so oder so nur im Internet wirklich schießen muss, denn die künstliche Intelligenz eliminiert sich des Öfteren lieber selbst oder betrachtet die nächstbeste Wand, anstatt den Spieler ins Visier zu nehmen.
Die Clone Wars-Serie, der Film und zuletzt auch die Spiele wecken nicht umsonst den Verdacht, dass LucasArts die Marke bis zum bitteren Ende ausschlachten möchte. Ein trauriger Umstand, wenn man bedenkt, wie groß die Marke einst war. Bleibt zu hoffen, dass zumindest das kommende Online-Rollenspiel etwas aus der Lizenz macht – Star Wars Battlefront: Elite Squadron hat das nämlich nicht getan. Zwar machen die Matches immer mal wieder für kurze Zeit Spaß, doch auf Grund zahlreicher Mängel können wir den Titel nur bedingt empfehlen.
Autor: Michael Hoss (mbh)
Erstellt am: 09. Dezember 2009, 09:26 CET