Hau drauf!
Nachdem Soul Calibur IV auf den großen Konsolen ein voller Erfolg war, war es ja nur eine Frage der Zeit, bis auch die Playstation Portable einen Ableger spendiert bekommen würde. Dieser ist mit Broken Destiny jetzt auch endlich erschienen. Und auch auf dem Handheld kann die Prügelserie durchaus überzeugen.

Natürlich haben sich die Entwickler so ihre Gedanken gemacht, was man alles für Neuerungen implementieren könnte. Herausgekommen ist ein grundsätzlich überarbeiteter Karriere-Modus, der allerdings kaum grausamer hätte ausfallen können. Natürlich ist die Geschichte völlig Banane und egal, doch das Gameplay an sich stimmt hier einfach nicht. Das Problem ist, dass hier keine normalen Kämpfe ausgefochten werden, sondern Minispiele zum Einsatz kommen. Vor dem Kampf bekommt man kurze Tipps, worauf der Gegner wohl aus ist. Man hat nur wenige Sekunden Zeit, einen Gegenangriff zu starten. Gelingt dies, so hat man gewonnen und darf zum nächsten Kampf. Gelingt es nicht, so muss man erneut heran. Im weiteren Spielverlauf werden die Tipps immer wortärmer, weshalb das Prinzip schon sehr bald zu einem Trial & Error-Verfahren ausartet. Nicht nur, dass der gesamte Spielmodus gänzlich für die Tonne ist, nein, er ist auch noch frustrierend schwer.
Keine Angst. Soul Calibur: Broken Destiny ist kein schlechtes Spiel. Wir wollten lediglich die schlechte Nachricht vorab überbringen. Natürlich gibt es ein großes Kader an starken Kämpfern, welche sich gegenseitig auf die Nase geben wollen. Sogar Kratos aus God of War hat seine ganz eigenen Moves spendiert bekommen. Aber auch viele altbekannte Gesichter sind wieder mit dabei. Von Hilde über Nightmare haben Fans der Reihe viel zu sehen. Auf den höheren Schwierigkeitsgraden ist die künstliche Intelligenz zudem auch für echte Profis noch eine Herausforderung. Langeweile wird da also nicht so schnell aufkommen.
Sehr schön: Während der Kämpfe in den Arenen begegnet man immer wieder neuen Gestalten. Der Grund hierfür ist die Tatsache, dass das Spiel die Kämpfer immer wieder neu einkleidet. Cervantes mit mit Hirschgeweih? Kein Problem. Mit ein wenig Glück läuft man einem so beschaffenen Gegner durchaus über den Weg. Das sorgt für Abwechslung.
Sind die Kämpfe gegen den Computer bzw. die PSP allesamt recht spaßig ausgefallen, so werden Fans mit Sicherheit gleich den Mehrspielermodus ausprobieren wollen. Der wäre wohl auch das Kernelement von Broken Destiny gewesen, würde er denn auch im Internet funktionieren. Es ist uns vollkommen unbegreiflich, wieso man den Titel ausschließlich AdHoch spielen darf. Gerade hier hätte sich ein Onlinemodus mit Sicherheit gelohnt. Schade, denn tatsächlich sind die Kämpfe gegen menschliche Spieler eine Ecke spannender und spaßiger.

Technisch präsentiert sich das Spiel für einen PSP-Titel herausragend. Die Grafik ist über jeden Zweifel erhaben. Seien es die gelungenen Animationen oder die schönen Arenen – hier wussten die Entwickler, wie man mit dem Gerät umzugehen hat. Auch musikalisch und effekttechnisch wird einiges geboten, sodass man keinerlei Gründe zum meckern hat. Des Weiteren kann man das Spiel auch auf der PSP installieren, sofern man dies möchte. Dadurch werden die Ladezeiten erheblich kürzer und man spart einiges an Batterieverbrauch. Das wirklich Beeindruckende ist, dass trotz der vielen Details keinerlei Framerate-Einbrüche beim Test auftraten.
Gerne würden wir Soul Calibur: Broken Destiny eine höhere Wertung geben. Tatsache ist, dass die Kämpfe denen aus Soul Calibur IV in keiner Weise nachstehen. Und die neuen Charaktere können ebenfalls begeistern. Das Problem ist nur, dass der Karrieremodus absolut in die Hose gegangen ist. Und auch die Tatsache, dass keine Spiele im Internet möglich sind, enttäuscht. Da kann das Spiel an anderen Stellen noch so toll sein, diese beiden Kritikpunkte sind dann doch schwerwiegend, weshalb wir starke Abzüge vornehmen mussten.
Autor: Michael Hoss (mbh)
Erstellt am: 03. Oktober 2009, 11:11 CEST