Der Tod siegt immer
Die Jungs hinter All Aspect Warfare sind bekannt dafür, dass sie in erster Linie Nischenprodukte auf den Markt bringen. Alle Spiele aus dem Hause 3000AD waren knüppelschwer und technisch meist eher unterdurchschnittlich. Mit dem Zukunftsshooter wollte man eine geniale Simulation für Fans schaffen.
Die Geschichte des Spiels erzählt von einem feindlichen Planeten – und der Spieler ist auf selbigem mehr oder weniger gefangen und von den eigenen Truppen im Stich gelassen worden. Mit dabei: Ein ganzes Squad. Immerhin. Mit denen darf man sich dann der Übermacht stellen. In diversen Missionen gilt es feindliche Basen zu infiltrieren oder aus diesen per Fluggerät zu entkommen. Dann muss man noch die eigene Basis gegen die Angreifer verteidigen und feindliche Basen vernichten. Klingt spannend? Ja. Das tut es auch. Nur leider ist der Schuss direkt ins Bein losgegangen. All Aspect Warfare hat nämlich ein ganz massives Problem. Und das hört auf den den Namen „Tod“.
Es mag sein, dass wir in der Redaktion allesamt keine absoluten Profispieler sind. Wir müssen so viele Spiele spielen, da kann man einfach nicht der Beste in jedem Titel sein. Doch eigentlich müsste man erwarten, dass man nach jahrelanger Erfahrung so ziemlich jeden Titel irgendwie meistern könnte. Fehlanzeige. Nicht dieses Spiel. Kaum ist man in einer der Missionen angekommen, ist man schon sogleich wieder tot. Pixelhaufen schießen aus der Ferne – tot. Flugzeug startet, ein Piepen erklingt – tot. Man setzt sich ins Flugzeug und eine Warnung kommt per Funkspruch herein – tot. So geht es pausenlos. Ohne jeden Zweifel ist All Aspect Warfare das schwierigste Spiel der letzten Jahre. Es ist so schwer, dass man unzählige Bildschirmtode stirbt und nie so recht weiß, was jetzt gerade eigentlich geschehen ist.
Eine Chance gibt einem der Titel nie. Tot oder tot, das sind die Möglichkeiten zwischen denen man wählen darf. Wer jetzt sagt, dass das Spiel doch eigentlich auf Schlachten im Mehrspielermodus ausgelegt ist, dem können wir nur recht geben. Dem mag so sein. Doch im Internet finden sich genau zwei Server und auf denen ist während unserer Testzeit nicht ein einziger Spieler anzutreffen gewesen.

Zu den massiven Problemen in der Spielmechanik gesellt sich eine abgrundtief miese Technik dazu. Nicht nur, dass das Spiel einfach hässlich ist, ganz egal von welcher Seite betrachtet, nein, es hat auch noch astronomische Hardwareanforderungen, welche auf den Markt ihres Gleichen suchen. Da ist der Sound mit all seinen Funksprüchen noch am besten gelungen. Grausam ist dagegen die Steuerung ausgefallen. Vollkommen überladen und undurchdacht präsentiert sie sich. Das mag für eine Simulation ja noch in Ordnung sein, doch so gesehen ist All Aspect Warfare ja nicht einmal eine richtige Simulation. Auf der einen Seite haben die Entwickler panisch krampfhaft versucht, alles so realistisch wie möglich zu gestalten und auf der anderen Seite rennt man mit einem Maschinengewehr umher wie Rambo und feuert willkürlich in Gegnermengen. Ja, einmal ist uns dies, trotz zahlreicher Tode, tatsächlich gelungen.
Wer schon immer mal Geld für ein Spiel ausgeben wollte, das als gutes Beispiel dient, wie ein fertiges Produkt nicht aussehen sollte, der sollte sich All Aspect Warfare schnellstmöglich holen. Jedem anderen Spieler kann man nur raten, einen ganz weiten Bogen um diesen Titel zu machen.
Autor: Michael Hoss (mbh)
Erstellt am: 15. September 2009, 09:56 CEST