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Tropico 3

eXp Review Fazit Kommentare (1)
eXp-Rating:8
Developer: Haemimont Games
Publisher: Kalypso Media
Genre: Aufbaustrategie
Releasedate: 24.09.2009
Weitere Plattformen: x360

El Presidente ist zurück

Vor langer Zeit erschien mit Tropico ein Spiel, was ganz besonders in Deutschland zahlreiche Fans fand. Es ging darum, eine Bananenrepublik zu Ruhm und Ehre zu geleiten. Lediglich die komplizierte Steuerung war vielen Spielern ein Dorn im Auge. Der zweite Teil ging ein wenig unter und jetzt steht endlich der dritte Teil in den Läden.

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Die Entwickler haben sich wieder auf die alten Werte konzentriert. Ziel war es, den wesentlich beliebteren ersten Teil in neuem Gewand zu präsentieren. El Presidente sollte zurückkehren. So beginnt es, wie es beginnen muss. Vom freien Spiel über die Karriere: Am Anfang steht die Erstellung eines Charakters. Dessen Aussehen darf man in vielerlei Hinsicht verändern, schließlich werden Herkunft, Stärken und Schwächen zugewiesen. Alle haben gewisse Vor- und Nachteile. Gib man an, durch einen Militärputsch zur Macht gekommen zu sein, so sind die Nationalisten und Militaristen natürlich auf der eigenen Seite. Ist man Paranoid, so verschlechtert es möglicherweise die Beziehungen zu den USA oder den UDSSR. Und dabei sind beide Fraktionen doch äußerst wichtig, sorgen sie schließlich und endlich für finanzielle Hilfen.

Im Spiel angekommen startet man mit einem Palast und einer Baufirma. Sogleich beginnt man Farmen, Minen und eine Garage zu bauen. Damit werden Rohstoffe dann zum Hafen transportiert, wo sie gegen Bares vom Ausland aufgekauft werden. Hier könnte man sich dazu entschließen, einen Festvertrag mit einem Handelsunternehmen zu schließen. Das bringt auf der einen Seite erstmal viel Geld, doch sollte sich die Marktsituation ändern, so bekommt man von den möglichen zusätzlichen Gewinnen nicht viel mit – von den Verlusten dafür aber auch nichts. Nach der Wirtschaft kommen die Bürger dran. Da stampft man riesige Betonklötze aus dem Boden, sodass ein jeder Mitbürger ein Unterkunft hat.

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Später darf man dann Schulen, Militärbasen, Kliniken, Kneipen, Hotels und andere Dinge bauen. Alles natürlich mit dem Hintergedanken möglichst viele Einwohner zu haben und möglichst viel Geld zu machen. Da stellt sich natürlich auch die Frage, wie man regiert. Ist man ein Diktator? Ein Volksheld? Jemand, der Wahlen billigt? Jemand, der Erlasse unterschreibt, um es den Einwohnern so gemütlich wie nur geht zu machen? Alles hat seine Vor- und Nachteile. Und immer wird es Leute geben, die nicht zufrieden sein werden. Diese werden dann zu Rebellen und irgendwann greifen sie dann auch den Palast an. Klug ist, wer sich vorbereitet hat. Ja, Tropico 3 bietet zahlreiche Details und viel Micromanagement. Es ist ein Spiel für Tüftler, die ihre eigene Bananenrepublik erschaffen wollen.

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Optisch ist der Titel dabei erstmals in der Geschichte der Serie richtig gelungen. Tropico ist schöner, als jemals zuvor. Die malerischen Strände, das schöne Wasser und das lebhafte Treiben der Einwohner laden zu echtem Urlaubs-Feeling ein. Selbst wenn der Spieler mit der Kamera nahe an das Geschehen herangeht wird Tropico 3 nicht hässlich. Ja, in Sachen Optik hat man sich wirklich Mühe gegeben. Wer einen starken Rechner sein Eigen nennt, der darf sich freuen. Bei der Musik entschied man sich für fröhliche Insel-Musik. Man fühlt sich tatsächlich wie auf Hawaii und ja, der Nachrichtensprecher im Radio ist gelungen. Und auch sonst kommt über die Kommentare der Einwohner und natürlich von El Presidente selbst, viel Humor beim Spieler an.Bei der Bedienung gibt es allerdings Abzüge, denn noch immer ist alles sehr stark verschachtelt, sodass man schnell mal den Überblick verliert. Immerhin haben Freunde von Statistiken, nach einiger Einarbeitungszeit, den vollen Überblick.

Ja, den Entwicklern ist es gelungen, Tropico wieder zum Leben zu erwecken. Trotzdem hat der Titel so seine Macken. Die künstliche Intelligenz agiert nicht immer sauber, am Ende gleichen sich die Missionen der Kampagne wie ein Ei dem Anderen, da man – egal was man tun soll – immer wieder den gleichen Weg im Aufbau geht, was bedeutet, dass es schließlich und endlich an Abwechslung mangelt. Der Mehrspielermodus ist nur zum Tauschen von Inseln da und die Nebenaufträge kommen manches Mal so häufig vor, dass sie nur noch nerven. Das heißt jetzt nicht, dass Tropico 3 keine Empfehlung wert ist. Ganz im Gegenteil: Fans von tropischen Inseln und Anhänger der ersten beiden Titel sollten sofort zugreifen. Doch irgendwie wäre da noch eine Ecke mehr drin gewesen.

Autor: Michael Hoss (mbh)
Erstellt am: 01. Oktober 2009, 09:12 CEST

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