Es gibt Klatsche!
Es ist in Deutschland ausschließlich über Steam zu haben und daran wird sich so schnell nichts ändern, denn so gesehen ist es nur eine Frage der Zeit, bis Clutch auf dem Index landet. Das Spiel ähnelt dem indizierten Carmageddon. Im Prinzip geht es darum, Zombies mit aufgemotzten Autos zu überfahren.

Die Welt ist am Abgrund. Eine Seuche hat dafür gesorgt, dass die meisten Menschen zu hirnlosen Hirnfressern mutiert ist. Doch es gibt Überlebende. Und diese haben natürlich nichts besseres zu tun, als in tiefergelegte Autos zu steigen und Rennen, sowie andere merkwürdige Sportarten – bei denen natürlich ebenfalls fahrbare Untersätze zum Einsatz kommen – zu veranstalten. Da wird freilich keine Rücksicht auf untote Opfer genommen: Während man seine Runden dreht, überfährt man die Zombies in rauen Mengen. Das bring sogar Punkte: Für jeden überfahrene wandelnde Leiche bekommt man Geld, um die eigenen Boliden zu verbessern und Energie für den Nachbrenner, den man benötigt, um Geschwindigkeit aufzunehmen. Sei es zum Rammen oder zum Überholen – man benötigt sie. Es ist also in der Tat ratsam, die bösen Biester dem Erdboden gleich zu machen.
Dass das Ganze nicht unblutig abläuft, das sollte klar sein. Clutch gehört nicht in die Hände von Kindern. Die meisten Upgrades für die Vehikel dienen in der Tat dazu, noch mehr Zombies in ihre Einzelteile zu zerlegen. Seien es nun ausfahrbare Klingen oder aber eine Vorrichtung an der Front, die der eines Mähdrescher nicht ganz unähnlich ist. Da zieht es die lebenden Toten dann herein und hechselt sie zu Brei – mit all den gewünschten Details natürlich. Überall fliegen Körperteile herum und stöhnende Schreie erklingen. Wie gesagt: Für Kinder ist der Inhalt in keiner Weise geeignet, zumal man auch noch in die Frontkamera wechseln kann.
Mit handelsüblichen Rennen, bei denen es gilt erster zu werden, qualifiziert man sich für neue Nebenmissionen, mit denen man sich eine beträchtliche Summe Geld erwirtschaften kann. Anfangs bieten diese Missionen sogar noch Abwechslung, doch nach einer Weile gleichen sie sich wie ein Ei dem Anderen. Meistens geht es darum, bestimmte Wegpunkte als Erster zu Erreichen oder gegen gegnerische Fahrer zu verteidigen. Oder man muss einen anderen Wagen beschützen, der eben diese Wegpunkte abklappern soll. Da ist es fast schon mal eine geistige Herausforderung, so viele Untote zu vernichten, wie irgend möglich. Oder in einer Arena gegen die Kontrahenten zu bestehen. Immerhin: Auf den Straßen liegen zahlreiche Updates, die zum Beispiel die Energie aufladen, den Wagen reparieren oder ein wenig Geld einbringen.

Technisch ist Clutch in Ordnung. Es sieht so aus, wie man sich ein Spiel aus Russland vorstellt: Irgendwie ganz nett aber nicht spektakulär. Den Modellen und Texturen mangelt es an Details, die Effekte sind ein wenig mau und insgesamt wirkt alles recht trist – da mag die offene Spielwelt noch so umfangreich sein. Die Klangkulisse reicht von lustiger Country-Musik bis hin zu harten Metalklängen über flotte Technobeats, doch auf Dauer nerven die Schreie der Zombies ein wenig. Das größte Manko aber ist die Steuerung der Fahrzeuge. Diese fahren sich äußerst schwerfällig und unpräzise, ein echtes Gefühl für die Vehikel kommt nie so richtig aufZum Glück ist das nicht mal weiter tragisch, denn die künstliche Intelligenz lässt sich auch mit solchen Problemen ohne weiteren Aufwand bezwingen.
Das größte Problem von Clutch ist aber der Umstand, dass der Titel ohne Mehrspielermodus daherkommt. So verkommt das Spiel schnell zum langweiligen Actionracer, der außer Brutalität kaum etwas zu bieten hat. An den eingangs erwähnten Klassiker kommt der Titel in keiner Weise heran. Für eine Runde in der Mittagspause, zum Abreagieren von der Arbeit oder für lebende Leichen mag sich das Spiel aber trotzdem noch eignen.
Autor: Michael Hoss (mbh)
Erstellt am: 10. September 2009, 09:40 CEST