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Cities XL

eXp Review Fazit Kommentare (6)
eXp-Rating:6
Developer: Monte Cristo
Publisher: Flashpoint
Genre: Aufbaustrategie
Releasedate: 08.10.2009
Weitere Plattformen: keine

Geld regiert die Welt

Mit Cities XL hat Entwickler Monte Cristo jetzt den wohl größten und mächtigsten Konkurrenten zu Sim City in die Läden gestellt. Mit dabei: Ein Mehrspielermodus, der an ein Online-Rollenspiel erinnern soll und gigantische Planeten, die bebaut werden wollen. Zumindest ist das in der Theorie so, denn in der Praxis bekommen die Käufer ein durch und durch unfertiges Produkt vorgesetzt.

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Doch fangen wir erst einmal an einer anderen Stelle an: Es gilt, eine Stadt aus dem Boden zu stampfen. Da legt man Straßen an, errichtet Wohngebiete, Schulen, Polizeistationen und natürlich auch einen Wohnsitz für den eigenen Charakter, den man in all seinen Zügen frei gestalten kann. Die Städte wachsen und gedeihen, man kümmerst sich schon bald um all die Probleme, die sich da anbahnen. Von der Umweltverschmutzung bis hin zu den Bedürfnissen der Einwohner gilt es viele Dinge in den Griff zu bekommen. Es gibt nicht genug Unterhaltung? Na dann baut man eben mal einige Attraktionen und gestaltet die Stadt ansprechender. So wächst die Metropole immer weiter und weiter, bis der Computer auf Grund der gigantische Stadt-Ausmaße in die Knie geht.

Das schöne ist, dass man alles anlegen kann, wie auch immer man es möchte. Zick-Zack Straßen sind kein Problem und Gebäude-Anlagen in wilden Formen anzulegen ist auch möglich. In wie weit das Sinn macht ist natürlich eine andere Frage, denn schließlich will man ja immer noch ein wenig Platz hier und bisschen Freiraum für noch mehr Einwohner dort schaffen. Bis man aber die gigantischen Landstriche besiedelt hat, wird sehr, sehr viel Zeit vergehen. Bei Cities XL kommen die Städte wirklich im XL-Format daher. Und das ist auch gut so, denn so fühlt man sich an echte Mega-Städte erinnert.

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Im kostenpflichtigen Mehrspielermodus wird das Spielprinzip dann noch einmal erweitert. Dann baut man nicht mehr alleine. Mehrere Städte darf man auf einem Planeten großziehen, wobei andere Spieler in anderen Gebieten das Gleiche tun. So entstehen komplett überbevölkerte Planeten, die man so noch in keinem anderen Spiel gesehen hat. Mit den Mitspielern darf man dann auch Handel treiben. Dies ist auch bitter nötig. Unter allen Abonennten werden Blaupausen für besonders beeindruckende Gebäude verlost, die verdammt viel Rohstoffe kosten. Und die kann man am Ende nur durch den Handel zusammen bekommen. Dafür bieten diese Megabauwerke dann auch richtig dicke Boni.

Das klingt doch alles irgendwie nach einem besseren Sim City, nicht wahr? Ja. Auf den ersten Blick wirkt der Titel auch so, doch schon bald muss man sich einer etwas anderen Realität anpassen. Die erwähnten besonderen Gebäude stehen nämlich ausschließlich im Mehrspielermodus zur Verfügung. Oder sollten es zumindest, denn aktuell sind sie noch nicht integriert, doch die Entwickler versprechen die baldige Integration. Wer aber kein Abo hat, der wird die Dinger nie zu Gesicht bekommen. Gut, das ist zu verschmerzen, handelt es sich dabei doch in gewisser Weise um Zusatz-Features, welche für das eigentliche Spiel nicht unbedingt erforderlich sind.

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Dramatischer sieht es hier aber an ganz anderen Ecken aus: Aktuell gibt es keine öffentlichen Verkehrsmittel. Busse und Bahnen waren zwar im Launch-Trailer zu sehen, doch in das fertige Spiel haben es die Teile nicht geschafft. Auch hier heißt es, dass ein Update schon bald folgen soll. Einmal mehr nur für zahlende Kunden. Und da hört der Spaß dann auf. Ja, es macht Spaß, eine Stadt aus dem Boden zu stampfen. Doch nach einiger Zeit hat man dermaßen viele Bewohner, dass die Straßen vom Verkehr geradezu verstopft sind.

Dass zur Zeit Busse und Bahnen noch nicht im Spiel sind, das wäre fast noch zu verschmerzen, doch die Tatsache, dass nur jene Spieler diese Inhalte bekommen sollen, die auch schön brav ihre monatlichen Gebühren abdrücken, das ist eine bodenlose Frechheit. Das ist kein Feature mit Mehrwert, sondern für Cities XL geradezu ein Pflichtprogramm. Solisten ohne Abo sind damit quasi dazu verdammt, mit überfülltem Verkehr und einer bombastischen Abgas-Entwicklung zu leben. Monte Cristo? Lest ihr noch mit? Wenn ja: Da sollte dringend jemand die Geschäftspolitik anpassen. Das, was hier gemacht wird, das ist Abzocke. Und die öffentlichen Verkehrsmittel sind da nur ein Beispiel von Vielen. Dem Riesenrad fehlen sogar die Animationen – auch die sollen nur Abonennten irgendwann bekommen. Ein Detail, doch handelt es sich hierbei um keinen Mehrwert, der einen zusätzlichen Obulus rechtfertigt.

Autor: Michael Hoss (mbh)
Erstellt am: 19. Oktober 2009, 10:00 CEST

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