Zurück zum Mars
Auf der Konsole ist Red Faction: Guerilla schon eine ganze Weile verfügbar. Nun ist auch die PC-Version in den Handel gekommen, inklusive der Downloadinhalte, für die Konsolenspieler Geld bezahlen mussten. Stellt sich die Frage, wie die Portierung gelungen ist. Wir können sie euch jetzt beantworten.
Die Geschichte ist natürlich nach wie vor die Gleiche. Noch immer schlüpft man in die Haut von Alec Mason, dessen Bruder Mitglied der Untergrundorganisation Red Faction ist, welche gegen die EDF vorgeht. Die EDF, die Earth Defense Force, kontrolliert den Mars mit harter Hand. Aufständische werden kurzer Hand erschossen und Freiheiten gibt es gleich gar keine. Im Gegensatz zu den Vorgängern bietet Red Faction: Guerilla eine offene Spielwelt, die man nach und nach erkunden kann. Diese Welt ist in verschiedene Sektoren unterteilt. Sektoren, die von der Gewaltherrschaft befreit werden wollen. Es gibt also viel zu tun auf dem roten Planeten.
Eine weitere Neuerung im Vergleich zu den ersten beiden Spielen: Es ist kein Egoshooter mehr. Der Spieler schaut Mason über die Schulter, wie er Hammer und Waffe schwingt. Insgesamt spielt sich der Titel so deutlich actionlastiger und erinnert an andere Titel wie Gears of War. So rennt man denn in der Gegend umher, erfüllt allerlei Nebenmissionen, zerstört Eigentum der EDF und sammelt Punkte und Barschrott, um in den Hauptmissionen voranzukommen. Optisch unterscheiden sich die verschiedenen Sektoren des Mars dabei natürlich nur marginal. Hier ein anderer Farbton, dort ein paar mehr Sandstürme. Der rote Planet ist insgesamt trotzdem recht rot – so, wie man es eben erwartet.

Auch ein Unterschied: Nicht dies gesamte Welt ist zerstörbar. Nur die verschiedenen Gebäude, die es in Red Faction: Guerilla gibt, lassen sich Stück für Stück auseinander nehmen. Dass die Besatzungsmacht das natürlich gar nicht gerne sieht, das sollte klar sein. Wann immer man irgendwelche Aktionen, egal ob zu Fuß, in einem Kampfroboter oder einem gepanzerten Vehikel, unternimmt, geht es rund. In Deckung gehen braucht man selten, der Titel ist auf pausenlose Action ausgelegt. Insgesamt ähneln sich die Missionen aber auf Dauer zu stark, um für große Abwechslung sorgen zu können. Zudem gleicht sich auch auf lange Sicht die Action. Da hat sich auch in der PC-Version nicht viel geändert.
Technisch ist die PC-Variante von Red Faction: Guerilla natürlich eine Ecke schöner geworden. Die Raucheffekte sind feiner, einige Texturen sind höher aufgelöst und die Animationen wirken an manchen Stellen noch immer recht peinlich. Trotzdem ist die Grafik nett – und das trotz der eintönigen Farbgebung. Gerade die Kantenglättung ist ein wahrer Segen für geplagte Konsolen-Spieler. Ein Kritikpunkt bleibt allerdings bestehen: Noch immer ist viel zu wenig los auf dem Mars. Beim Sound hat sich nichts verändert, wobei dies natürlich auch nicht notwendig gewesen wäre. Jetzt kommt die vermutlich interessanteste Frage: Wie sieht es eigentlich mit der Steuerung aus?

Auf dem Gamepad verdrückte man sich hin und wieder gerne, da die Steuerung dann doch in mancher Hinsicht ein wenig komplex ausgefallen war. Auf dem PC ist dieses Problem nicht mehr vorhanden. Mit Maus und Tastatur lässt sich Red Faction: Guerilla ausgezeichnet spielen. Nur ein massives Problem gibt es: In den Menüs ist die Maussteuerung nicht wirklich gelungen. Hier merkt man die Konsolenherkunft doch sehr stark. Ärgerlich, dass man auch heute noch umständlich über die Tastatur ein Menü bedienen muss.
Mit den beiden Downloadinhalten im Gepäck verfügen zukünftige Käufer der PC-Version über neue Vehikel, mehr Karten für den Mehrspielermodus und auch über neue Spielmodi in selbigem. Der ist auch auf dem PC nach wie vor gelungen und kann für einige Abwechslung sorgen. Das macht Red Faction: Guerilla aber noch nicht zu einem herausragenden Spiel. Gut ist es trotzdem, genau wie auf den Konsolen. Am Ende fehlt aber die Abwechslung und auch die Tatsache, dass man es hier mehr mit einem Arcade-Shooter als mit einem beinharten Hardcore-Shooter zu tun hat, könnte manchem Spieler oder Fan übel aufstoßen.
Autor: Michael Hoss (mbh)
Erstellt am: 16. September 2009, 13:12 CEST