Viva Pinata
Nach all den Action-Spielen in den vergangenen Tagen und dem aktuellen Sauwetter vor der Tür kommt Viva Pinata genau im richtigen Moment, um für etwas sorgenfreie und fast gewaltlose Unterhaltung zu sorgen. Auf den ersten Blick mag das Spiel für Kinder und das weibliche Geschlecht gemacht zu sein, doch hinter der kunterbunten Fassade verbirgt sich eine komplexe Spielmechanik die wesentlich mehr zu bieten hat, als man vermuten möchte.

In Viva Pinata dreht sich alles um die Papiertierchen, die hier allerdings nicht an Schnüren hängen. Auf einer kleinen Insel bekommt man ein Stückchen verwahrloste Erde, aus der man einen Garten zaubern muss um die Pinatas anzulocken. Um das zu erreichen geht es mit Schaufel und Gießkanne frisch ans Werk. Das Gerümpel wird zerschlagen, die Erde aufgelockert und die ersten Samen gepflanzt. Bald darauf taucht auch schon das erste Pinata an den Grenzen des Gartens auf, ein kleiner Whirlm. Neugierig schaut er sich im frisch angelegten Garten um, bevor er sich entscheidet sesshaft zu werden. Mit einem Wurm im Garten lockt man schon das zweite Pinata an, einen pummeligen Spatz. So funktioniert das Grundprinzip des Spiels, doch abseits dessen gibt es viel auszuprobieren und zu entdecken.

Die ersten Pianatas kommen mehr oder minder automatisch in den Garten, im späteren Verlauf muss man einiges dafür tun um bestimmte Arten anzulocken und diese zum Bleiben zu bewegen. Das erreicht man durch neue Pflanzen, selbst kreierte Pinatas und einigen anderen Voraussetzungen. Wenn ein neues Tier auftaucht, müssen wiederum Bedingungen erfüllt werden damit es auch im Garten bleibt, andernfalls ist es lediglich zu Besuch und verschwindet nach kurzer Zeit wieder. Um diese ganzen Aufgaben zu erfüllen gibt es vielfältige Hilfen und Arbeitskräfte zur Unterstützung und Pflege des Gartens. Der wohl wichtigste Anlaufpunkt ist ein kleiner Laden. Dort findet sich von Samen über Früchte und Dünger bis hin zu allerlei nützlichen und schmückenden Gartengeräten fast alles, was das Herz begehrt. Die verschiedenen Objekte und Helfer werden erst im Laufe des Spieles freigeschaltet, hauptsächlich durch das Aufsteigen des eigenen Gartens. Erfüllt man Aufgaben gibt es eine Erfahrungspunkte, ähnlich wie in jedem Rollenspiel. Sobald die Anzeige voll ist steigt der Garten um ein Level auf und der Spieler wird mit allerlei neuen Dingen belohnt. Manche Pinatas zeigen sich erst, wenn der Garten ein bestimmtes Level erreicht hat, doch die Motivation liegt schon im Spiel selber, nicht einzig im Aufstieg.

Das hätte man besser machen können...
Die Interaktionsmöglichkeiten sind umfassend, sowohl was den Garten als auch die kleinen Tierchen betrifft. Füttert man ein Pinata mit der richtigen Pflanze, ändert es seine Farbe oder entwickelt sich gar zu einer ganz neuen Art. Düngt man Pflanzen ausgiebig, wachsen sie drei mal so hoch und bringen wesentlich mehr Blüten oder Früchte zum Vorschein. Ein wesentlicher Bestandteil ist das verkuppeln zweier Pinatas. Ebenso wie beim Anlocken müssen hier Voraussetzungen erfüllt werden, damit die Tiere in die richtige Stimmung kommen. Hat man dies endlich geschafft, gibt es ein kleines Mini-Spielchen in dem man die zwei Liebenden zueinander führen muss. Daraufhin folgt noch ein amüsantes kleines Video, das sich von Art zu Art unterscheidet und wenig später liefert der Storch das passende Ei.
Autor: Christoph Courmont (cc)
Erstellt am: 06. Dezember 2007, 21:04 CET