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Geheimakte Tunguska

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eXp-Rating:9
Developer: Fusionsphere
Publisher: Deep Silver
Genre: Point & Click
Releasedate: 01.09.2006
Weitere Plattformen: wii ds

Entdecke die Welt

Eine gewaltige Explosion erschütterte die Tunguska-Region im Jahre 1908 und ließ Bäume in einem Umkreis von 30 km wie Streichhölzer umknicken, ja sogar aus dem Erdreich reißen. Auf knapp 2.000 km² wurden rund 60 Millionen Bäume zerstört. Selbst die Häuser einer 65 km entfernten Siedlung wurden noch arg in Mitleidenschaft gezogen. Reisende der Transibirischen Eisenbahn berichteten von einem hellen Feuerschein und starken Erschütterungen - die Zugstrecke verläuft 500 km von dem Ereignis entfernt. Bis heute ist nicht geklärt, was diese Explosion ausgelöst hat.

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In Geheimakte Tunguska beginnt alles recht harmlos. In Person von Nina Kalenkow stattet man ihrem alten Herrn im deutschen Naturkundemuseum in Berlin einen Besuch ab, doch ihr Vater, Wladimir Kalenkow, ist wie vom Erdboden verschluckt. Sein Büro völlig verwüstet und die Polizei kann und will auch nicht helfen. Kurze Zeit später erscheint jedoch ein recht unfreundlicher Kommissar die Szenerie, der aber auch keine große Hilfe für Nina zu sein scheint. Also nimmt man die Sache selbst in die Hand und stellt eigene Nachforschungen an. Über den Namen Tunguska wird man dabei natürlich häufiger stolpern. Das Spiel nutzt hierzu sehr stimmungsvoll die historischen Fakten aus dem Tunguska Ereignis und konstruiert eine spannende Geschichte in bester Akte X Paranoia auf die hier natürlich nicht weiter eingegangen wird.

Das Geheimnis um das Tunguska Ereignis und die Entführung von Kalenkow Senior lüftet man in bester, klassischer Point & Click Manier. Eine Maus mit zwei Tasten – mehr braucht der Adventurianer bis heute nicht um glücklich zu werden. Mit der rechten Taste wird untersucht, mit links benutzt. Laufwege wie Gespräche mit anderen Charakteren lassen sich per Mausklick abkürzen. Da beide nur so lang wie nötig sind, wird man dadurch wenig Gebrauch von machen. Der Cursor zeigt zudem auch noch an, mit welchem Gegenstand man was anstellen kann. Besonders nützlich bei den zahlreichen Kombinationsrätseln, wo man sofort erkennt, ob diese Gegenstände sinnvoll zusammen passen oder nicht. Gespräche laufen im Multiple-Choice-Verfahren per aussagekräftigen Symbolen ab.
Äußerst komfortabel ist auch der Snoop Key. Wo andere Adventure künstlich Rätsel damit erzeugen, dass man pixelgenau den Monitor nach Gegenständen absuchen muss, zeigt diese Funktion auf Wunsch automatisch alle interaktiven Örtlichkeiten per Hotspot an. Zudem führt Nina ein Tagebuch, indem sie automatisch alles Wissenswertes niederschreibt und auch gefundene Fotos und dergleichen reinheftet. Hier kann jederzeit alles nachgeschlagen werden und man kann nach einer längeren Spielpause den roten Faden sehr schnell wieder aufnehmen. Bei schwierigen Rätseln dient dieses Buch sogar als Hilfestellung; stehen teilweise brauchbare Tipps drin, sollte man wirklich nicht mehr weiter wissen.

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Hotspots, interaktiver Cursor, automatisches Tagebuch? Wenn ein Spiel schon alles vorgibt, funktionieren dann überhaupt noch die Rätsel. Oh ja und das sogar sehr gut. Trotz der erwähnten Hilfestellungen ist die Rätseldichte sehr hoch und die Rätsel sind alle sehr knackig geraten, jedoch niemals unlogisch und immer fair. Einen gewissen Grad an Kreativität muss man jedoch schon mitbringen, um teilweise auf den Lösungsweg zu kommen. Meistens müssen Kombinationsrätsel gemeistert werden, auch ein paar Verschiebe- und Schalterrätsel sind eingebaut, die aber nicht nerven und durch das Tagebuch bei Bedarf sehr schnell zu lösen sind. Auf Actioneinlagen wurde konsequenterweise komplett verzichtet. Sackgassen gibt es ebenfalls keine. Auch jederzeitiges Abspeichern ist möglich. Alles in allem könnte die Bedienung für ein Adventure komfortabler nicht sein, ohne auf Kosten des reinen Spiels zu gehen.

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Um das Tunguska-Phänomen zu ergründen reist man mit Nina und Max – dem zweiten spielbaren Charakter, den man schon sehr früh im Spiel kennenlernt – um die halbe Welt. Egal ob Deutschland, Russland, Kuba, oder Antarktis, Entwickler Fusionsphere hat überall stimmungsvolle 2D-Hintergründe entworfen, die durch liebevolle Animationen aufgewertet werden. Die Auflösung ist auf 1024x768 Pixel festgesetzt und nicht änderbar. Die Figuren wiederum sind komplett in 3D und passen sich perfekt der Umgebung an. Leider wirken manche Animationen etwas gestelzt; Gesichtsanimationen fehlen völlig. Dafür schönes Detail und Atmosphärenplus: Die Ausleuchtung der Schauplätze im Zusammenspiel der Charaktere erfolgt in Echtzeit. Die spannende Hintergrundgeschichte wird durch rasant und perfekt geschnittene Zwischensequenzen vorangetrieben, die das Spiel immer an den richtigen Stellen einsetzt.
Gleiches Resümee ist für die Soundecke zu vermelden. Durch die sehr gute Lokalisierungsarbeit im Genre der verschiedensten Publisher in letzter Zeit ist man mitunter vom Sound sehr verwöhnt wurden. Aber auch hier erlaubt sich das Spiel keine Blöße. Professionelle und bekannte Synchronsprecher (u.a. die deutschen Stimmen von Johnny Depp, Angelina Jolie, Tom Hanks) hauchen den einzelnen Charakteren Leben ein und sprechen perfekt zu den einzelnen Situationen. Mancher Wortwitz wirkt hier und da vielleicht etwas zu aufgesetzt, dafür können die Sprecher aber nichts. Diese haben letztendlich einen großen Anteil daran, dass man mit den Hauptcharakteren sofort sympathisiert. Manchmal wünscht man sich den einen oder anderen Soundeffekt mehr, um gewissen Aktionen zu unterstreichen. Die Hintergrundmusik hält sich dezent zurück, trägt aber auch viel zur Atmosphäre bei.

Je nach Erfahrung mit dem Genre wird man das Spiel in 15 bis 25 Stunden durchgespielt haben. Profis könnten sich nach mehr sehnen, da das Spiel, bis auf kleinere Kinderkrankheiten, alles richtig macht. Dafür ist dies wirklich reine Spielzeit ohne gekünstelt lange Laufwege und durchweg hohem Spannungstempo.

Autor: Timo Bock (tb)
Erstellt am: 18. September 2006, 17:57 CEST

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