Willkommen in Cantha!
Da ist was faul im Staate Cantha! Eine seltsame Pest verwandelt sonst unauffällige Mitbürger in schreckenverbreitende Zombiewesen, die gewaltbewusst das Ableben zahlreicher Cantha-Bewohner verantworten. Klar, dass man da was tun muss. Guild Wars: Faction versetzt den Spieler in die Rolle des Helden, der in epischer Tiefe einen ganzen Kontinent retten muss.

Verfolgte man das Geschehen um Guild Wars: Factions vorab nur grob, könnte leicht der Eindruck entstanden sein, es handle sich nur um ein einfaches Addon für das mittlerweile ein Jahr alte MMORPG. Doch das trügt, denn mit Factions bereichert den Vorgänger nicht nur durch zahlreiche Verbesserungen. Es bietet zudem eine völlig eigene, abgeschlossene Handlung. Im Gegensatz zu den meisten MMORPGs besinnt sich der Titel wie schon der Vorgänger auf das Wesentliche: die Story. Menschliche Mitspieler findet man nur in Städten, Vorposten und Missionsorten an, die erforschbaren Gebiete dazwischen sind frei von Mitspielern. Das gewährleistet maximale Atmosphäre und haut tatsächlich ziemlich gut hin. Selbstverständlich muss aber nicht auf die Mithilfe menschlicher Mitstreiter verzichtet werden. In den Städten lassen sich andere Helden leicht und bequem in bis zu acht Mann starke Gruppen einladen, mit denen die Missionen und Quests gemeinsam bestritten werden können.

Guild Wars-Neueinsteiger, die erst mit Factions ihren Weg ins Guild Wars-Reich gefunden haben, verbringen ihre ersten Stunden auf einer Art Tutorial-Insel namens Shing Jea. Dort wird man mithilfe des Meisters Togo und seinen Kumpels langsam und gezielt in die Eigenheiten seiner gewählten Charakterklasse eingeweiht. Zusätzlich zu den sechs bekannten Klassen feiern in Factions zwei neue ihre Premiere. Die Beiden sind prima Ergänzungen zum bisherigen Klassenpool und erweitern die Auswahl sinnvoll. Die fiesen Assassinen sind Meister der Dolche und der flinken Bewegungen. In Windeseile bewegen sie sich in die Nähe der Gegner und teilen dort mit ihren Waffen enormen Schaden aus. Landet der Assassine einen kritischen Treffer, blutet das Opfer geradezu aus. Ritualisten bilden den Gegenpart dazu. Mithilfe von Geisterbeschwörung und Anrufungen ins Jenseits unterstützt er die Spielergruppe, indem seine Geister Schaden vervielfachen, Wunden heilen oder gefallene Helden wiederbelebt.

Die Gewichtung seines Charakters bestimmt man mit der Verteilung der Attributpunkte. Die lassen sich jederzeit in Städten beliebig anpassen, um sich optimal auf die nächste Herausforderung einzustellen. Je nach Klassenkombination stehen sieben bis acht Attribute zur Wahl, die sich auf 12 Levels skillen lassen. So wechselt man mit spielender Einfachkeit vom Schadensverteiler zum Heiler oder konzentriert sich auf den Fernkampf. Ebenso wie die Attribute lassen sich die Fertigkeiten austauschen, die die verschiedenen Spezialaktionen der Charaktere bilden. Insgesamt acht davon dürfen in das nächste Gebiet mitgenommen werden. Bei einer Auswahl von bis zu 200 Fähigkeiten pro Klassenkombinationen kann das eine schwierige Wahl sein, auch für Guild Wars-Profis. Neu in Factions sind nämlich satte 300 neue Skills, die erst einmal beherrscht werden möchten. Doch mit der Zeit und etwas Kombinieren kristallisieren sich schnell die günstigsten Builds heraus. So wird eine Kombination aus acht Fertigkeiten genannt, wie uns das Handbuch beibrachte. Das dicke Büchlein geht auf den 120 Seiten auch ansonsten sehr gut auf die community-typischen Gegebenheiten und Besonderheiten ein und verdient großes Lob. Neben Begriffen und Tipps wird auch vor betrügerischen Maschen gewarnt, mit denen man im Spiel gerne um sein ganzes gesammeltes Vermögen gebracht wird.
Autor: Robert Zetzsche (rz)
Erstellt am: 05. Mai 2006, 17:19 CEST