Streckt die Zombies nieder!
Auf den Konsolen ist Resident Evil 5 schon seit geraumer Zeit verfügbar. Jetzt hat Publisher Capcom den Titel auch auf dem PC veröffentlicht. Natürlich mit einer überarbeiteten Steuerung und auch mit DirectX 10-Unterstützung. Doch wir gut ist die Horroraction auf dem heimischen Rechenknecht?
Die Geschichte ist natürlich die Gleiche geblieben. Noch immer schlüpft der Spieler in die Haut von Chris Redfield, der von der schönen Sheva Alomar in Afrika dem Zombie-Virus entgegen tritt. Afrika? Richtig. Der schwarze Kontinent dient Umbrella scheinbar als Testgebiet für einen neuen Wirkstoff, der noch bösartigere Zombies zum untoten Leben erweckt. Oder steckt am Ende mehr dahinter? Nahm hier vielleicht das Virus seinen Ursprung? Doch nicht nur der Ort hat sich geändert, auch die Tageszeit. Zum ersten Mal in der Geschichte von Resident Evil macht man auch am Tage Jagd auf die tote Gesellschaft. Natürlich bekommt man dabei mehr zu sehen, als nur verlassene Wüstenstädte.

Die Geschichte wird den Spieler mitten durch die trostlose Wüste, bis hin zu unterirdischen Tempelanlagen (Tomb Raider lässt Grüßen) führen. Aber auch die altbekannte Laborkomplexe haben ihren Auftritt. Dass man es dabei zu großen Teilen mit afrikanischen Zombies und infizierten Eingeborenen zu tun bekommen wird, das sollte aber klar sein. Es sollte auch klar sein, dass Resident Evil 5 mehr denn je auf Action ausgelegt ist. Der wahre Horror stellt sich erst sehr spät im Spiel ein. Meist ist man damit beschäftigt, genügend Munition für die unzähligen Untoten zusammen zu suchen. Insgesamt ist die Geschichte allgemein recht flach ausgefallen. Sie ist vorhersehbar und das bis zum Ende. Zudem erwecken die Charaktere, selbst wenn es dann tatsächlich zu dramatischen Momenten kommt, kaum Gefühle, sodass der fünfte Teil der Serie in der Tat am Ende an der Action gemessen werden muss.
Und die Action hat es in der Tat in sich. Zahlreiche altbekannte Gegner sind auch in der fünften Ausgabe wieder mit dabei. Seien es die einfachen Zombies, die stupide einfach nur einen kleinen Hirnsnack wollen oder aber die fast blinden Licker, die sich ganz und gar auf ihre Ohren verlassen müssen. Die Untoten sind dieses Mal übrigens eine ganze Ecke schlauer geworden. Dies hängt allerdings auch mit der Geschichte zusammen. Nur soviel sei gesagt: man sollte sich nicht wundern, wenn die Infizierten mit einem Schlag das Feuer erwidern. Auch Abwechslung wird geboten: Mal muss man ein kniffliges Schalterrätsel lösen, dann wieder auf dem Heck eines Jeeps auf motorisierte Feinde schießen, nur um später vor Alligatoren zu fliehen. In dieser Hinsicht kann man sich wahrlich nicht beschweren.

Händler sucht man dieses Mal vergebens. Es scheint, als würden diese den neuen Kontinent beharrlich meiden. Kein Wunder, droht ja dort auch die Apokalypse. Trotzdem lassen zahlreiche Gegner auch ein wenig Gold fallen und überall im Spiel sind wertvolle Schätze versteckt, die man für hohe Summen verticken kann. Mit diesem erworbenen Geld kann man dann nach jedem abgeschlossenem Level das eigene Arsenal aufstocken. Die Zahl der Waffen ist stattlich: Von der einfachen Pistole über den Revolver über die Schrotflinte bis hin zum automatischen Scharfschützengewehr und zum Raketenwerfer ist alles mit dabei, was man sich nur wünschen kann. Nur tragen kann man all dies nicht. Das Inventar ist, auch mit zwei Figuren, stark begrenzt. Man muss also gut überlegen, welche Waffen man mitnehmen möchte und wie viel Munition eingelagert werden soll. Und das, wo diese doch so oder so recht knapp ausgefallen ist. Immer wieder muss man unnütze Gegenstände zurücklassen – und doch wünscht man sich an so mancher Stelle, den ein oder anderen Gegenstand mehr aufheben zu können. Beispiel gefällig? Warum bitte lässt ein Zombie Gold in rauen Mengen fallen, wenn er mit einer Schaufel bewaffnet war? Wieso kann man nicht diese Schaufel aufheben und den bösen Untoten damit zu Leibe rücken?
Autor: Michael Hoss (mbh)
Erstellt am: 24. September 2009, 20:00 CEST