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Brothers In Arms Double Time

eXp Review Fazit Kommentare (1)
eXp-Rating:5
Developer: Ubisoft
Publisher: Ubisoft
Genre: 1st Person Shooter
Releasedate: 02.10.2008
Weitere Plattformen: keine

Doppeltes Spiel, weniger Spaß

Gerade erst ist Brothers in Arms: Hell's Highway erschienen, da folgt sogleich ein Wii-Ableger der Serie. Natürlich, man muss die Kuh melken, so lange sie noch Milch gibt. Und so brachte Ubisoft nun Brothers in Arms Double Time auf den Markt. Was wie ein neuer Titel klingt, ist in Wirklichkeit aber alles Andere als eine Neuheit.

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Der Trick versteckt sich im Namen des Spiels. Double Time steht für nichts anderes, als Road to Hill 30 in Kombination mit Earned in Blood. Will heißen, dass man die beiden ersten Serienvertreter für Nintendos Konsole noch einmal aus der Vergessenheit geholt hat, um sie neu aufzulegen. Natürlich mit einer hochmodernen, bewegungssensitiven Steuerung. Nun zielt man also nicht mehr mit Maus und Tastatur, sondern eben mit Wii-Mote und Nunchuck. Im Klartext bedeutet dies zugleich aber auch, dass man die Spiele nicht braucht, wenn man sie bereits gespielt hat.
Doch darf man sich die Frage stellen, ob man sie überhaupt braucht. Zu ihrer Zeit waren die Spiele nicht schlecht, doch mittlerweile ist man einfach etwas hochwertigere Kost gewohnt. Die alte Spielmechanik, nämlich von Deckung zu Deckung zu hechten, nur um dann Stunde für Stunde auf den gleichen Gegner einzuschießen, bis dessen Moral bricht.... das zieht auf Dauer einfach nicht mehr. Man wünscht sich etwas Abwechslung. Es mag nach wie vor realistisch sein, doch hat man die Abenteuer bereits auf dem PC erlebt, verkommen sie auf der Wii zur reinen Routine mit wenigen Spaßmomenten.

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Zumal man sich immer wieder fragt, wieso man ausgerechnet jetzt einen Gegner erwischt hat und Stunden zuvor, wo man präzise zielte, nicht. Natürlich, die Waffen verziehen, doch irgendwie riecht das Ganze nach einer Weile stark nach purer Willkür. Doch nicht nur die Spielmechanik wirkt leicht angestaubt, auch die Story oder besser gesagt deren Einbindung wirkt aus heutiger Sicht mehr als fragwürdig. Der Krieg ist für den netten Herrn Baker also etwas grausames? Und trotzdem schießt er munter und fröhlich auf die Nazischergen ein? Und die Kollegen freuen sich wie die kleinen Kinder über jeden toten Krautfresser.
Mag die Story nun auch noch so fragwürdig sein, so ist es die Tatsache, dass man sich das Ende gleich zu Beginn ansehen darf, noch eine Ecke seltsamer. Richtig gelesen: Wer den richtigen Schwierigkeitsgrad anwählt, der darf sich gleich alles ansehen. So kann man gesamte Kapitel überspringen oder gleich zum Ende wechseln. Da fragt man sich, wieso man die Spiele überhaupt noch spielen sollte, wenn man doch gleich zu Anfang wissen kann, wie es ausgeht.

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Von der technischen Seite her machen die beiden Spiele auf der Wii nicht allzu viel her. Sie zählen weder zur absoluten Spitzenklasse, noch zur Unterschicht. Sie liegen irgendwo im Mittelfeld. Was leider auffällt ist die Tatsache, dass man sich bei der Portierung in beiden Fällen keine Mühe gemacht hat, den Titel nach etwas Richtigem aussehen zu lassen. Es wurde einfach portiert und damit hatte es sich. Das merkt man am gänzlich fehlenden Anti-Aliasing, den aufpoppenden Texturen und zahlreichen Clippingfehlern. Und an den vielen Rucklern, die sich gerne mal einschleichen. Immerhin hat man beim Sound nicht viel verkehrt gemacht, auch wenn an dieser Stelle ebenfalls einfach nur portiert wurde. Doch schon damals waren die klanglichen Qualitäten der beiden Spiele wirklich gut.
Wirklich negativ fällt nur die Steuerung auf. Shooter auf der Wii sind immer eine ganz eigene Geschichte und fast hat man das Gefühl, dass nur Nintendo selbst weiß, wie man so etwas anzugehen hat. Wer auch immer sich die Steuerung für Double Time ausgedacht hat, der gehört ohne jede Frage gefeuert. Während einige Bewegungen, zum Beispiel das zusammenrufen der eigenen Truppen, noch gut funktionieren, sind andere dermaßen misslungen, dass man sich stets fragt, welcher der Entwickler dafür verantwortlich ist. Beispiel gefällig? Wer eine Granate wirft, blickt, auf Grund der Bewegungen von Wii-Mote und Nunchuck einfach mal ein paar Minuten in den Himmel und gibt so ein leichtes Ziel ab. Ein viel zu leichtes wohlgemerkt...

Pseudomoral, eine wenig durchdachte Steuerung und zwei ältere Spiele. Das ist der Inhalt von Double Time. Es mag eines der wenigen Spiele für Erwachsene auf Nintendos Konsole sein, doch sollte man es sich trotzdem nicht kaufen. Die Gründe dafür liegen auf der Hand: Alles riecht nach dem schnellen Geld. Und am Ende trauert man eben diesem hinterher.

Autor: Michael Hoss (mbh)
Erstellt am: 24. Oktober 2008, 17:08 CEST

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