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Haze

eXp Review Fazit Kommentare (3)
eXp-Rating:7
Developer: Free Radical Design
Publisher: Ubisoft
Genre: 1st Person Shooter
Releasedate: 22.05.2008
Weitere Plattformen: pc x360

Eine Portion Nectar!

Schon lange Zeit vor dem Erscheinen von Haze gab es immer wieder Gerüchte, die sich rund um das Spiel gedreht haben. Sie bezogen sich in den meisten Fällen auf die Plattform, denn es war nicht immer klar, für welche Konsole Haze auf den Markt kommen wird. Diese Zeiten sind jedoch Vergangenheit und der neue Ego-Shooter aus dem Hause Ubisoft ist nach einigen Verspätungen endlich für die Playstation 3 in den Händlerregalen gelandet.

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Die Geschichte von Haze bringt den Spieler in das Jahr 2048. Dabei schlüpft man in die Rolle von Shane Carpenter, der das Leid in der Welt nicht mehr ertragen kann und daher endlich die Initiative ergreift. Der Charakter hat sich deshalb dem Konzern Mantel Global Industries angeschlossen. Richtige Armeen gibt es nicht mehr, die Militärmacht liegt nämlich in den Händen privater Firmen, die damit ihr Geld verdienen. Mantel Global Industries hat es sich zur Aufgabe gemacht, für das eigene Land in den Krieg zu ziehen und damit die Welt zu verbessern. Die Gegner haben natürlich einen Namen: The Promise Hand. Shane Carpenter kämpft fortan in entlegenen Gebieten gegen die Rebellen. Die Geschichte hört sich zwar recht einfallslos an, aber schon nach einiger Zeit gibt es nette Wendungen, die durchaus interessant sind. Leider wird schnell jegliche Spannung im bloßen Keim erstickt, was vor allem an der mäßigen Erzählweise liegt. Lange Dialoge und lahme Sequenzen, die nach einiger Zeit einfach nur noch anstrengen, werden am laufenden Band geboten, wodurch die Geschichte deutlich an Reiz verliert.

Bevor es zum eigentlichen Spiel gehen kann, muss der Titel leider zwangsweise auf die Festplatte installiert werden. Etwa 4 GB werden dabei auf den Datenträger geladen, was nicht nur Speicherplatz, sondern auch einige Zeit beansprucht. Nachdem diese lästige Prozedur abgeschlossen ist, kann es zum Storypart gehen. Nach einer kleinen Einführung landet der Charakter auch schon mitten im Geschehen. Die wichtigsten Steuerungsbefehle werden am Bildschirm angezeigt, sodass alles schnell erlernt ist. Die Tastenverteilung ist für einen Ego-Shooter recht passend ausgefallen und auch die Präzision macht nur in wenigen Situationen Probleme. Die Vorteile des Playstation-3-Controllers wurden übrigens auch verwendet. Hat die Figur zum Beispiel zu lang an den Flammen geschnuppert, kann das Feuer ganz einfach durch Schütteln des Controllers gelöscht werden.

Das Gameplay von Haze kommt auf den ersten Blick traditionell daher, denn wie so oft müssen zahlreiche Gegnerscharen beseitigt, Hebel umgelegt und einzelne Geschütze gesprengt werden. Glücklicherweise ist aber der kostbare Nectar vorhanden. Diese Substanz lässt sich am besten mit einer Droge vergleichen, die speziell für den Einsatz im Krieg entwickelt wurde. Alle Mantel-Soldaten haben ein Gerät im Anzug, mit dem die Nectar-Zufuhr reguliert wird. Per Knopfdruck auf die Schultertaste verpasst man dem eigenen Charakter eine Dosis, was viele positive Folgen verursacht. Der Blick wird beispielsweise schärfer, sodass Feinde leuchtend schon aus der Ferne gesehen werden. Kraft und Ausdauer verbessern sich, wodurch harte Nahkampfattacken möglich sind. Insgesamt verändert sich die gesamte Wahrnehmung. Verpasst man sich jedoch eine ungewollte Überdosis, hat dies schlimme Folgen. Der Spieler verliert nämlich die Kontrolle über die Figur, was sich zum Beispiel durch eine Sichteinschränkung bemerkbar macht. Außerdem schießt die Figur einfach munter durch die Gegend, sodass auch die eigenen Teamkameraden getroffen werden können.

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Schon nach kurzer Zeit entdeckt der Spieler jedoch die ganze Wahrheit über diesen falschen Krieg. Daher wechselt Shane Carpenter zu den Rebellen, womit auch der helfende Nectar nicht mehr zur Verbesserung der eigenen Fähigkeiten genutzt werden kann. Trotzdem ist dieses Feature fortan nicht unbedeutend, denn als Rebell kann man diese Droge gegen die Soldaten einsetzen. Mit einfachen Nectar-Granaten kann bei den Feinden für eine Überdosis gesorgt werden. Die andere Seite des Spiels bietet aber auch noch weitere Fähigkeiten. In brenzligen Situationen können sich die Rebellen zum Beispiel einfach auf die Erde werfen. Da die Wahrnehmung unter Nectar-Einfluss verändert ist, können die Soldaten keine Leichen sehen, was natürlich einen Vorteil bringen kann. Letztlich haben die Entwickler mit dieser Kampfdroge viele taktische Möglichkeiten geschaffen, die aufgrund der unübersichtlichen Schlachten aber kaum zum Einsatz kommen. Schade eigentlich, denn hier wurde viel Potenzial verschenkt.

Abgesehen vom Nectar-Feature bietet Haze leider nur durchschnittliche Shooterkost, die kaum auf der Höhe der Zeit ist. Zumindest wollten die Entwickler das Geschehen mit einigen Fahrzeugeinlagen auflockern, was jedoch nicht ganz geglückt ist. Das ist besonders auf die schlechte Steuerung der Gefährte zurückzuführen. So kann eine Fahrt mit dem Quad schnell schon mal zur Geduldsprobe werden, da Präzision an dieser Stelle kaum vorhanden ist. Ein weiterer Negativpunkt besteht übrigens in der geringen Gegnervielfalt. Davon einmal abgesehen kann auch die KI kaum überzeugen. Das gilt sowohl für die feindlichen Schurken als auch für die Teamkollegen. Im Spiel ist man häufig in der Gruppe unterwegs – da kann es schon mal vorkommen, dass sich die Freunde nacheinander vor ein Fahrzeug werfen, was im Kampf natürlich nur wenig fördernd ist.

Auftrumpfen kann Haze mit einem interessanten Koop-Part, in dem vier Spieler entweder im Lan oder online an den Start gehen können. Die gesamte Geschichte kann gespielt werden, sodass das Problem der schlechten KI zumindest in diesem Bereich ausgeglichen werden kann. Der normale Mehrspielerpart hat hingegen kaum Besonderheiten zu bieten. Er verschafft Platz für 16 Personen – fehlende Spieler können durch Bots ersetzt werden. Neben den Modi Deathmatch und Team-Deathmatch gesellt sich nur noch der Teamangriff dazu. In diesem Modus müssen vorgegebene Aufgaben, wie zum Beispiel die Verteidigung von Objekten, erledigt werden. Insgesamt läuft der Part relativ flüssig – ab und an treten aber kleinere Spielfehler auf.

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Grafisch hat Haze leider nur wenig zu bieten. Einige Gebiete sehen sicherlich sehr gut aus, aber oft fehlt es dem Titel an Details. Gerade die Texturen wurden von den Entwicklern vernachlässigt, was man im negativen Sinne häufig bestaunen kann. Auch Explosionen und Animationen hätten besser ausfallen können. Immerhin weiß der Sound zu gefallen. Die Hintergrundmusik bietet zwar keine großen Besonderheiten, sie setzt aber immer zur richtigen Situation ein und trägt dadurch zur Action bei. Die Explosionen hören sich kräftig an und auch die Waffengeräusche sind gelungen. Die deutsche Synchronisation kann sich auf alle Fälle hören lassen, was an den motivierten Sprechern liegt.

Autor: Daniel Dyba
Erstellt am: 04. Juni 2008, 19:33 CEST

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