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Tales of Monkey Island: Chapter 1 - Launch of the Screaming Narwhal

eXp Review Fazit Kommentare (7)
eXp-Rating:8
Developer: Telltale Games
Publisher: Telltale Games
Genre: Point & Click
Releasedate: 07.07.2009
Weitere Plattformen: wii

Guybrush Threepwood ist zurück!

Es hielt eine lange Zeit an: Satte 10 Jahre konnte die Monkey Island-Reihe begeistern und für manchen Lacher sorgen. Doch mit Die Flucht von Monkey Island war es um die Serie und so ziemlich jedes andere Adventure aus dem Hause LucasArts geschehen. Ende Gelände, kein tolpatschiger Pirat mehr, welcher auf den Namen Guybrush Threepwood hört.

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Aber noch war nicht aller Tage Abend. Nachdem die Jungs von Telltale mit der Neuauflage von Sam & Max unglaublich erfolgreich waren, wurde auch LucasArts mit einem Schlag aufmerksam. Die einstige Aussage, dass Adventures tot seien, die schien plötzlich vergessen und so wurde das junge Studio mit der Piraten-Serie beauftragt. Launch of the Screaming Narwhal ist dabei die erste von zahlreichen Episoden, doch schon sie beweist, dass guter Humor noch immer überzeugen kann. Und sie beweist, dass Adventures noch immer tolle Spiele seien können – ganz besonders, wenn sie auf den Namen Monkey Island hören.

Ja. Threepwood ist zurück. Und er steckt in größeren Schwierigkeiten, denn je zuvor. LeChuck ist nämlich zurück und er hat sogleich auch die schöne Elaine entführt. Freilich ist Guybrush hinter ihm her, doch kommt es, wie es kommen muss: Der Tollpatsch sorgt dafür, dass LeChuck zum Menschen wird, das Schiff sinkt und er selbst auf einer Insel strandet, von der es kein Entkommen zu geben scheint, da sämtliche Winde zurück auf eben jene Insel führen. Threepwood ist also quasi „Lost“. Nebenher ist seine Hand mit dem bösen Geist von LeChuck verschmolzen und der Rest der bösen Aura droht auch noch die Insel gänzlich zu vernichten. Um es kurz zu machen: Es gibt viel zu tun, denn Elaine will ja auch noch gerettet werden.

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Auf besagter Insel angekommen, gilt es also erst einmal wieder von dort zu verschwinden. Doch dazu muss man herausfinden, wie sich das bewerkstelligen lässt, denn die Winde sind so stark, dass sie sogar eine abgefeuerte Kanonenkugel wieder gen Inselmitte schleudern. Auf dem Weg trifft man zahlreiche abgedrehte Charaktere: Vom Pseudojournalisten bis hin zum durchgedrehten Wissenschaftler ist so ziemlich alles vertreten. Natürlich darf auch ein mit Puppen spielender Pirat nicht fehlen. Selbst eine alte Bekannte trifft man wieder – wer das ist, das wollen wir aber an dieser Stelle lieber nicht verraten. Nur so viel sei gesagt: Guybrush veranstaltet bei ihr mal wieder ein ordentliches Chaos.

Neben der alten Bekannten gibt es natürlich noch weitere Sachen, welche auf die Vorgänger verweisen. So spielt in den Dialogen auch der dreiköpfige Affe wieder eine Rolle und Threepwood selbst gibt sich nach wie vor selbstsicher als „Mighty Pirate“ aus. Aber auch die anderen Witze kommen gut an. Wenn Guybrush darüber philosophiert, was ein irrer Wissenschaftler jetzt alles anstellen würde, er doch aber nur ein Pirat sei und deshalb schlicht und ergreifend „Arr!“ sagt, dann fühlt man sich als alter Adventure-Veteran sogleich heimisch auf der Insel. Dabei muss man sagen, dass leider nicht jeder Gag sofort zündet – doch in den meisten Fällen bringt das Spiel den Spieler wirklich zum Lachen. Doch neben dem Humor gibt es ja noch etwas Anderes, was für Monkey Island wichtig ist: Die Rätsel. Bei Sam & Max war es oft der Fall, dass man eben diese Kopfnüsse schnell im Vorbeigehen erledigen konnte. Auch bei Launch of the Screaming Narwhal ist dies zu großen Teilen der Fall, doch steckt hier mehr Logik dahinter und einige Male kommen die grauen Zellen wirklich ins Schwitzen.

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Was den Entwicklern leider nicht so ganz gelungen ist, das ist die Steuerung. Es ist in der Regel kein Problem, Guybrush durch die Welt zu steuern. Hier mögen Point & Click-Fans anderer Meinung sein, doch de facto funktioniert die Mischung aus Maus und Tastatur recht gut. Umständlich ist nämlich lediglich das Inventar ausgefallen, was zwar nützliche Funktionen, wie zum Beispiel das Kombinieren von Gegenständen oder das Untersuchen selbiger beinhaltet, doch insgesamt viel zu schwerfällig und recht undurchdacht wirkt. Auch bei der Optik dürften sich die Geister scheiden: Wer sich nicht auf den minimalistischen Comiclook mit seinen versteckten Details einlässt, der wird nur schwer das Monkey Island-Feeling bekommen. Es hilft, wenn man es unter dem Aspekt betrachtet, dass die Jungs von Telltale die Reihe in die heutige Zeit geholt haben. Wenn man es auf diese Weise angeht, so kann man sich sogar in den neuen Stil verlieben. Einen Nachteil gibt es bisher aber noch: Zur Zeit kann man das Spiel ausschließlich auf Englisch genießen – eine deutsche Sprachausgabe fehlt bisher. Wer aber des Englischen mächtig ist, der wird mit grandiosen Sprechern belohnt, die ihr Handwerk wirklich verstehen.

Freut euch, ihr Rätselknacker, denn Monkey Island ist zurück. Wer sich auf den neuen Stil einlässt, der bekommt mit Launch of the Screaming Narwhal einen würdigen Nachfolger geboten. Einzig die Preispolitik könnte abschrecken: Schon jetzt den vollen Betrag für die kommenden Episoden mitbezahlen? Sich ein riskanter Schritt von Telltale, doch wenn die nächsten Kapitel über eine ähnliche Qualität verfügen, so kann man die Neuauflage ohne Einschränkung empfehlen.

Autor: Michael Hoss (mbh)
Erstellt am: 12. Juli 2009, 12:51 CEST

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