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Dracula: Origin

eXp Review Fazit Kommentare (0)
eXp-Rating:7
Developer: Frogwares
Publisher: Focus Home Interactive
Genre: Rollenspiele / Adventure
Releasedate: 06.06.2008
Weitere Plattformen: keine

Schauriges Vergnügen?

Vampire. Jeder kennt sie. Seit ewigen Zeiten sind sie ein beliebtes Thema der Literatur. Aber auch in Filmen kommen sie oft zur Geltung. Und seit einigen Jahren tauchen sie auch in Videospielen auf. Besonders Graf Dracula erfreut sich großer Beliebtheit bei den Entwicklern – scheinbar aber auch bei den Spielern selbst. Und einmal mehr ist nun ein Titel erschienen, welcher sich rund um den blutdürstigen Fürsten dreht: Dracula: Origin.

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Natürlich basiert das Spiel auch auf der ursprünglichen Geschichte. Nun gut, ganz an das Original haben sich die Entwickler nicht gehalten, doch sind die Grundzüge auf jeden Fall vorhanden: Jonathan Harker, Professor Abraham van Helsing und natürlich Dracula selbst. Jedoch ist alles ein wenig anders verpackt. So ist Jonathan Harker auch im Spiel im Schlosse Draculas angekommen. Doch im Spiel wird er dort gefangen gehalten, während Dracula selbst nach London reist, um dort Harkers Verlobte Mina auszusaugen. Zum Glück konnte Harker dem lieben Van Helsing noch rechtzeitig einen Brief schicken, sodass dieser sich auf die Jagd machen kann – mit Hilfe des Spielers selbstverständlich.
Im Laufe der Geschichte kommt der kruzifixtragende Held aber auch noch an anderen Orten vorbei. Auf der Liste stehen Kairo, Wien und auch Transsylvanien. Und das ist auch gut so, denn gerade die ersten Stunden im tristen London sind nicht gerade der beste Einstieg, den das Adventure-Genre in all seinen Jahren gesehen hat. Doch über die Zeit nimmt der Titel ordentlich an Fahrt zu und überzeugt mit einer düsteren Atmosphäre und einer Geschichte, welche zwar so gesehen ein alter Hut ist, aber hier interessant aufbereitet und erzählt wird.

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Somit ist schon mal die Geschichte ein starker Pluspunkte auf der Checkliste von Dracula: Origin. Doch was ist an Adventures noch wichtig, außer der Story? Richtig: Die Rätsel. Diese sind leider nicht unbedingt die Besten im Genre.
So muss man, zum Leidwesen des Spielers, oft Gegenstände aufsammeln bis zum Umfallen, um an weitere Informationen zu gelangen. Die Rätsel an sich sind dann selten wirklich schwer, fordern auch Einsteiger nur für kurze Zeit. Allerdings gibt es neben diesen Rätseln auch noch eine andere Form der Kopfnuss: Puzzle. Mathematische Aufgaben. Hieroglyphen. Schiebepuzzles. Solche Dinge. Und glaubt uns, wenn wir sagen: Sucht im Internet nach einer Komplettlösung und genießt lieber die Story des Spiels, als euch an diesen unverständlichen Sachen die Nerven aufzureiben.
Solltet ihr dies nämlich tun, so steht euch eine ganze Menge an Frust bevor. Das Spiel gibt leider keinerlei Hilfestellungen und oft weiß man nicht so recht, was es zu tun gilt. So ist es keine Schande, wenn man sich Rat holt. Eine Schande wäre es nämlich, die wunderbar düstere Atmosphäre nicht weiterhin auskosten zu wollen.

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Diese Atmosphäre wird übrigens auch stark von der Technik des Spiels getragen. Die Grafik weiß zu überzeugen – zumindest, wenn man auf Realismus getrimmte Adventures mag. Zwar hat das Spiel keine besonders berauschenden Effekte, ist dafür aber umso schöner ausgeleuchtet. Hinzu kommt, dass die Macher ihr Handwerk verstanden, was heißen soll, dass die Schauplätze einfach stimmig sind und mit viel Liebe zum Detail gestaltet wurden.
Ähnlich überzeugen kann auch die Klangkulisse. Zwar gibt es bei den Sprüchen der Figuren recht viele Wiederholungen, doch sind die Dialoge passend vertont worden. Die Sprecher verstanden etwas von ihrem Handwerk. Auch die musikalische Untermalung gliedert sich wunderbar ein. Und auch bei der Steuerung gibt es nichts zum Beklagen: Alte Adventurehasen fühlen sich sofort wie in den eigenen vier Wänden. Per Knopfdruck kann man sich zudem alle Hotspots einblenden lassen, sodass das Spiel niemals zu einer Pixelsuche verkommt. Schön: Auch das Inventar ist äußerst komfortabel. Dort werden sogar alle Dialoge gelistet, sodass man kein gesprochenes Wort vergessen kann.

Sicher ist das schaurige Dracula: Origin nichts für Adventure-Spieler, welche viel Wert auf Humor legen. Wer sich jedoch in seiner Freizeit mit Vampiren beschäftigt, der darf den Titel ohne große Bedenken kaufen, denn die gebotene Atmosphäre ist wahrlich schön. Schade nur, dass die Entwickler die Rätseleinlagen vergeigt haben. Zudem wirkt der Titel an einigen Stellen stark gestreckt – und das bei einer knappen Spielzeit von gerade einmal 15 Stunden. Trotzdem: Wer auf Gruselgeschichten steht, der kann hier wenig falsch machen.

Autor: Michael Hoss (mbh)
Erstellt am: 20. Juni 2008, 20:16 CEST

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