SpaceForce Rogue Universe
Es ist schon merkwürdig, dass das Genre der Weltraumspiele nicht so richtig in Schwung kommen will, obwohl die technischen Möglichkeiten viel mehr zulassen würden als noch zu Zeiten von Freelancer oder den guten alten Freespace-Spielen. Vor einem Jahr war Darkstar One für Einzelspieler eine kurzweilige Chance sich im modernen Weltall auszuleben, nun erscheint mit SpaceForce: Rogue Universe ein neues Spiel mit alt bekanntem Inhalt. Während Darkstar One immerhin noch ein rundes Spielgefühl vermittelte und eine schöne Storyführung darlegte, bietet SpaceForce nicht viel mehr als solide Action in einem optisch durchwachsenen Universum.

Jaja ...
Die Story dreht sich rund um den (recht naiven) Protagonisten Jim, der auf der Suche nach seiner Schwester ist. Nach einiger Zeit und zahlreichen öden Zwischensequenzen geht endlich auch Jim ein Licht auf (man selber hat es schon viele Missionen vorher geahnt), dass nicht alles ist wie es scheint und doch mehr hinter dem Verschwinden des Familienmitgliedes steckt. Sowohl die Inszenierung als auch die Dialoge laden zum überspringen der Geschichte ein. Öde Kamerafahrten und Texte die Kopfschmerzen verursachen, kombiniert mit mittelmäßigen bis schlechten Synchronstimmen, lassen die Story schnell langweilig erscheinen. Immerhin darf man auch ganz ohne Story ein neues Spiel beginnen.
Vor dem Spielstart, ob Story oder freier Modus, muss man sich eine von 10 verschiedenen Klassen aussuchen. Diese unterscheiden sich in Kategorien wie die max. Anzahl an Wingmen oder Bonus auf Fähigkeiten so wie Ausrüstungsgegenstände. Nur wenige Klassen haben einzigartige Fähigkeiten, die man sich nicht im Spielverlauf aneignen kann, wie etwa 20% Nachlass auf die Reparatur des Schiffes. Im freien Spiel kann man sich zusätzlich noch einen von fünf leichten Jägern aussuchen, im Storymodus ist das Schiff festgelegt. So geht es los in die Weiten des Weltraums, voller Enthusiasmus der alsbald gebremst wird, denn der Schwierigkeitsgrad ist ziemlich hoch angesetzt und auf ein Tutorial wurde komplett verzichtet. Die ersten Kämpfe führen zum schnellen Tod und ein wenig Frust. Anfangs kommen somit nur Handel und friedliche Missionen in Frage, die sich auf das Reparieren von Satelliten-System beschränken. Alle anderen Missionen enden unweigerlich im Kampf.
Die ersten Erfolge feiert man am besten nicht mit der Aufrüstung des eigenen Schiffes, sondern heuert Wingmen an. Hierfür stehen alle Jäger in den Systemen zur Verfügung, eine Einladung und das nötige Kleingeld reichen. Schwere Schlachtschiffe können leider nicht angeheuert werden. Mit den Wingmen sind Kämpfe schon wesentlich einfacher, man muss sich als Spieler nicht einmal selber beteiligen, auch wenn es dadurch länger dauert. Die K.I. ist nicht bahnbrechend und leidet unter einigen wenigen Fehlern, tut aber im generellen das, was man ihr über die kurze Kommandoliste befiehlt.

Das Verhalten von Jim entspricht seinem Portrait.
Im großen Ganzen ist SpaceForce auf Kämpfe gemünzt. Es gibt keine extra Handelsschiffe, nur 14 käufliche Jäger. Zwar ist der Handel recht lukrativ, da man schon in benachbarten Systemen die Ware mit 50% Gewinn loswerden kann, jedoch nicht wirklich unterhaltsam. Das liegt auch am etwas eigenen Sprugsystem. Pro Sektor gibt es nur ein einziges Sprungtor, das meist weit abseits der Stationen liegt und ergo längere Flugwege erfordert. Die Neben-Missionen führen schneller zum Reichtum, sind allerdings auch nicht wirklich spannender, da sie alle darauf hinaus laufen irgend etwas oder jemanden zu zerstören. Da bei der Missionsbeschreibung nicht erwähnt wird wen man überhaupt abknallen soll, verscherzt man es sich schnell mal mit der ein oder anderen Rasse und muss Tribut zahlen oder wiederum Missionen für diese Rasse erledigen. Diese Faktoren machen das Spiel schnell sehr langweilig, trotz einiger Dinge die es zu Entdecken gibt. Versteckte Sektoren, eine Tarnvorrichtung so wie eine Zeitmaschine (jeweils in Teile zerlegt und über Sektoren verteilt) sind einige der Faktoren die motivieren sollen, dies aber nur bedingt schaffen. Die zahlreichen System lassen sich im Grunde schon von Anfang an durchfliegen, eine sinnvolle Führung wie etwa in Freelancer gibt es nicht. Also absolviert man Auftrag nach Auftrag, rüstet sein Schiff auf und dümpelt durch das große aber unspektakuläre Universum. Weder die kleinen Details am Rande noch die Aussicht auf neue Waffen und Schiffe vermögen die Eintönigkeit des Spieles zu überdecken.
Autor: Christoph Courmont (cc)
Erstellt am: 07. August 2007, 16:17 CEST