Ein geteilter Planet
Schon seit langer Zeit ist das MMORPG Aion in Korea erhältlich. Dort hat der Titel auch bisher die meisten Fans, aber auch in Europa ist das Spiel, welches World of Warcraft endlich bei Seite schieben möchte, auf dem Vormarsch. Natürlich waren auch wir in Atreia unterwegs und haben uns eine Meinung über das Spiel gebildet.
Atreia? Ja. So heißt die Welt von Aion. Oder besser gesagt: So hieß sie. Eine Explosion hat den Planeten mal eben in der Hälfte gespalten. Jetzt gibt es die Asmodier und die Elyos. Beide Gruppierungen haben ihre eigen Hälfte, hätten aber irgendwie ganz gerne noch die Andere. Krieg herrscht. Am Abgrund, also genau über dem Spalt, der die beiden Hälften voneinander trennt, gibt es keinen Frieden. Und zu allem Überfluss greifen immer wieder die Balaur an. Eine dritte, seltsame Rasse, die auf Rache sinnt, da sie über lange Zeit im Abyss gefangen war. Oder um es auf eine gänzlich andere und einfachere Art und Weise auszudrücken: In Aion geht es selten friedlich zu.
Der Spieler selbst hat die Wahl zwischen den Asmodier und den Elyos. Wer sich für Erstere entscheidet, der wird mit seinen Klauen und kräftigen Mähnen in gewisser Weise wie ein wilder Dämon aussehen. Wer lieber wie ein Engel daherkommen möchte, der wählt die Elyos. Vier verschiedene Klassen stehen zur Wahl. Man kann sich zwischen dem Jäger, dem Krieger, dem Priester und dem Magier entscheiden.
Im späteren Spielverlauf darf man sich dann noch weiter spezialisieren. Egal ob mächtiger Beschwörer oder ein heimtückischer Assasssine: Der Spieler hat die freie Wahl. Das merkt man aber schon bei der Erstellung des Charakters: Zahlreiche Optionen wollen hier überwunden werden. Besonders dem Gesicht des eigenen Abbild kann man jeden Feinschliff verpassen. Auch wenn das nachher natürlich keiner Menschenseele auffällt. Egal. Es geht. Und nur darum geht es. Irgendwie.
So startet man denn in eine unheilvolle Welt, die zu Beginn noch gar nicht so grausam wirkt. Da wandelt man über die eigene Planetenhälfte und erlebt viele Abenteuer, welche auch in eine Geschichte eingebunden sind. Natürlich ist man immer der Held, darf auch anderweitig nach Erfahrungspunkten Ausschau halten und Nebenquests erledigen. Da tötet man Spinnen, laufende Pilze und andere Geschöpfe. Hier spielt sich Aion wie jedes andere MMORPG auch. Immer auf der Jagd nach dem nächsten Level sein, so lautet das Motto.
Da besucht man fremdartige Städte, arbeitet bei besonders schwierigen Aufgaben mit den Freunden zusammen und erledigt auch mal so manchen Botengang. Auffällig war, wie wenig Abwechslung es bei den verschiedenen Aufgaben gab. Tötet so und so viele Monster hier und bringe dies und das zu jenem Charakter. Ein bisschen mehr Vielfalt hätte hier gut getan, denn man verbringt eine ganze Weile auf der eigenen Hälfte.
Erst ab Level 25 bekommt man dann auch mal andere Dinge zu Gesicht. Dann nämlich kann man sich an den Abyss wagen, wo man schließlich und endlich auch mit dem umfangreichen PvP-System des Spiels konfrontiert wird. Hier wird das Spielprinzip schon wesentlich interessanter. Es gilt Stellungen einzunehmen, für das eigene Volk. Diese muss man auch halten, damit man die Vorherrschaft über Atreia halten kann. Doch so leicht ist dieses Unterfangen nicht, denn hier kommen die Echsenwesen Balaur zum Einsatz. Wer auch immer die stärkere Fraktion ist, wird von der KI grundsätzlich bevorzugt angegriffen. So ist das Balancing gewahrt und überall am Abyss gibt es was zu tun. Egal ob PvP oder PvE – man ist stets beschäftigt und fühlt sich tatsächlich auch wenig wie beim Krieg der Welten.
Autor: Michael Hoss (mbh)
Erstellt am: 12. November 2009, 13:37 CET